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BEATALLICA - Masterful Mystery Tour

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Artist BEATALLICA
Title Masterful Mystery Tour
Homepage BEATALLICA
Label MEGAPRESS
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Nun, es sicherlich nicht denunzierenswert, diese eklektizistischen und der Innovation fremden Versuche von neueren Musikern das schon als oberflächlich kreativ zu bezeichnende heutige Musikchaos mit einem netten Crossover-Stelldichein zu durchbrechen und sich dabei eine Buddel Rum nach der nächsten reinzupfeifen. Es fällt mir persönlich jedoch (und zwar ganz besonders aus journalistischer Sicht) schwer, den Kult um den BEATLES-METALLICA-Bastard BEATALLICA so recht zu begreifen. Irgendwie wirkt diese Band wie ein beiläufiger Witz auf TV Total über den man ein paar Tage in der Nachbarschaft spricht, wie ein Schneefall zu Zeiten des Klimawandels, wie die Parodie eine Schlagernummer auf einem Open Air oder eben auch wie eine per Zufallsgenerator und gewiss nicht durch Verkaufsempfehlung eingekaufte Scheibe in der Hard n Heavy-Abteilung im Media Markt: schlichtweg belanglos und übergehenswert. So witzig und ironisierend die Lyrics zusammengeschustert wurden, so unpassend und nicht für den exzessiven Dauergebrauch geeignet sind die einzelnen Nummern auf „Masterful Mystery Tour“. Zwar hört man an nahezu jeder Stelle, dass hier instrumentalistische und gesangliche Könner am Werk sind, doch verpufft diese standardisierte Fertigkeit im Lichte wahrer Schöpferkraft. Nicht, dass es nicht Spaß machen würde, den einzelnen Tracks auf der Scheibe sein Gehör zu schenken (das ist gewiss nicht das Kardinalproblem), aber es fehlt einfach das Gravitätische, das Nachhaltige und Gewichtig-Bedeutungsvolle, welches nötig wäre, um dauerhaft über diese Platte in der Szene und im Musikbusiness allgemein zu sprechen.

Zudem fällt eines besonders auf bei der genaueren Inaugenscheinnahme und analytischen Auseinanderstückelung der einzelnen Nummern: Die Nähe zu METALLICA ist musikalisch weitaus größer als zu den BEATLES (besonders was Gesang und Rhythmusfraktion betrifft). Die Fusion hätte noch etwas diffiziler und variantenreicher ausfallen können, nichtsdestotrotz ist es gewiss nicht als dumm zu bezeichnen, dass BEATALLICA sich auf den schwermetallischen Duktus fokussieren und nicht versuchen die Good-Boys-Bad-Boys-Schizophrenie beider Vorbilder sublimiert und im aristotelischen Sinne dramatisch zu überwinden. Nach diesen Gesichtspunkten immerhin ist das züchterische Experiment geglückt und wer Lust auf einen Ritt verspüren sollte, sollte mal in ‚Everybody’s Got A Ticket To Ride Except For Me And My Lightning‘, ‚Masterful Mystery Tour‘ oder ‚I’ll Just Bleed Your Face‘ reinhören. Schaden wird das gewiss nicht. Und vielleicht macht die Band ja live alles Journalistische vergessen und man schlummert dann nur noch neben seiner halb geleerten Buddel Rum. Vorstellen könnte man es sich…

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