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BELOVED ENEMY - Thank You For The Pain

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Artist BELOVED ENEMY
Title Thank You For The Pain
Homepage BELOVED ENEMY
Label RODEOSTAR RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Die Nürnberger BELOVED ENEMY legen dieser Tage mit „Thank You For The Pain“ ihr zweites Album vor, für das neben Songwriting, Produktion und Mix auch sämtliche Instrumente von Bandgründer Peter Pathos übernommen wurden.

Schon mit dem Opener und gleichzeitig Titeltrack des knapp 50-minütigen Werkes wird klar: BELOVED ENEMY haben sich weiterentwickelt und gehen im Vergleich zum Debüt weitaus metallischer und dafür weit weniger gotisch zu Werke. Die Up-Tempo-Nummer könnte, sieht man mal von dem charakteristischen, mit Pathos (sic!) auf die Dauer überfrachteten Gesang von Ski King ab, so oder ganz ähnlich auch auf JUDAS PRIESTs „Painkiller“ nicht weiter auffallen. In der Folge relativiert sich dieser Eindruck jedoch, da im weiteren Verlauf der Scheibe nicht nur das Durchschnittstempo der Songs merklich in Richtung Midtempo reduziert, sondern auch der Mosh-Faktor auf ein für das Genre Gothic Metal typischeres Maß zurechtgestutzt wird. Es gibt klassische Death Rock-Riffs á la THE 69 EYES, elektronische Beats, die bisweilen an NINE INCH NAILS erinnern, wenn auch nicht ganz so wuchtig und zum Abtanzen animierend, sogar die eine oder andere College Rock-Hookline mogelt sich dann und wann in die Gehörgänge des Hörers. Das alles bestimmende Element von BELOVED ENEMY ist und bleibt jedoch der erwähnte, pathetische, tiefdunkle und sehr voluminöse Gesang des US-Amerikaners Ski King, der Erinnerungen an BESEECH, die bereits genannten 69 EYES in ihrer Frühphase oder auch MOONSPELL wachruft, und langfristig beinahe ein wenig zu übertrieben wirkt und dadurch nervt. Überhaupt hat das Album so seine Momente, in denen man sich nicht sicher ist, ob das nicht alles ein wenig zu aufgesetzt und… ja… prollig ist, wenn zum Beispiel in „The Long Walk“ die Musik gar zu primitiv teutonisch stampft, oder man sich bei „Running Man“ fragt, ob die allzu deutliche Verbeugung in Richtung QUEENS OF THE STONE AGE (ja, wirklich!!) tatsächlich gewollt ist. Bitte nicht falsch verstehen: Das ist alles nicht unbedingt schlecht, aber doch mitunter ein wenig befremdlich und unausgegoren.

Insgesamt fehlen auf „Thank You For The Pain“ so einige Feinheiten im Songwriting, die die vorhandenen, durchaus ansprechenden Grundzüge der Musik aus der grauen Masse herausheben und zu etwas Besonderem machen. So ist das Album alles in allem zwar durchaus nett, driftet aber nach mehreren Durchläufen leider in Richtung Bedeutungslosigkeit ab. Dass auch der allzu klinischen Produktion ein wenig die Seele fehlt, bleibt da nur noch eine Randnotiz, die zum Gesamteindruck passt.

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