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BERNSTEIN - Lichtwärts

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Artist BERNSTEIN
Title Lichtwärts
Homepage BERNSTEIN
Label UNIVERSAL/ ISLAND
Leserbewertung
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8.0/10 (8 Bewertungen)

Müsste ich dieses Album mit zwei Worten beschreiben, würde ich es wohl am ehesten „Kitsch deluxe“ nennen. Und ich möchte sogar behaupten, dass der Name BERNSTEIN das irgendwie ein bisschen impliziert.

BERNSTEIN, das sind Jens und Dirk Eufinger sowie Frank Weiß aus dem hessischen Limburg, die hier mit „Lichtwärts“ ihr Debütalbum vorlegen. Erinnert man musikalisch an WOLFSHEIM, ist die Stimme eher im Bereich XAVIER NAIDOO anzusiedeln. Klingt komisch? Ist es auch. Wird gerade dieses „zwischen allen Stilen und Stühlen stehen“ als absoluter Hörgenuss angepriesen, so finde ich es eher verwirrend. Es ist irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes, man ist weder Pop noch „reine“ Elektronik. An dieser Stelle also ein Hoch auf das Schubladen-Denken. Insgesamt ist das Album ziemlich ruhig ausgefallen und hin und wieder mischt sich eine liebliche Frauenstimme unter den Gesang. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass es am selbigen absolut nichts auszusetzen gibt. Wirklich gekonnt und ausgesprochen gefühlvoll. Vielmehr liegen mir die Texte quer im Magen. Da wird hemmungslos jedes Klischee bedient und schon mal von heimlich weinenden Seemännern, tanzenden Engeln und brennenden Flügeln berichtet. Wahlweise auch von Gefühlen, die nie erkalten. Ganz ehrlich, der Mensch der das geschrieben hat, muss in einer anderen Welt als der meinigen leben oder ich mache da gefühlsmäßig etwas elementar falsch. Eine zentrale Rolle scheinen die Motive „Meer und Boote“ einzunehmen. In jedem Lied kommt mindestens eins von beidem vor. So natürlich auch bei „Das Meer und ich – Come 2 see“, in dem man einfach zwei Lieder zu einem kombiniert hat, die nur durch eine kurze Pause getrennt sind. Wobei man beim zweiten Teil das Gefühl hat, dass man sich fröhlich der Titelmelodie von „Akte X“ bedient hat.

„Lichtwärts“ ist für mich eher nichtssagend, leider, hatte der Promo-Gag mit dem verschickten Apfel in der Pappschachtel (!!!) doch irgendwie Hoffnung auf etwas Außergewöhnliches gemacht. Aber wie BERNSTEIN in „Eisenwind“ singen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Ich möchte auch nicht behaupten, dass dieses Debüt schlecht ist, immerhin ist es solider Kitsch geworden, aber es reicht einfach nicht für mehr als zum Nebenbei-Hören. Oder vielleicht um kleine Mädchen zu beeindrucken, wenn man die Texte abschreibt und ihnen als selbstgeschriebenen Liebesbrief verkauft. Obwohl auch die heute schon so abgebrüht sind, dass sie da vermutlich nicht drauf reinfallen.

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