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BESTIAL MOCKERY - Evoke the Desecrator

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Artist BESTIAL MOCKERY
Title Evoke the Desecrator
Homepage BESTIAL MOCKERY
Label OSMOSE PRODUCTIONS
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Es ist schon erstaunlich, was geschieht, wenn man bei einer Musik, die massgeblich von Geschwindigkeit und sich beinahe selbst auslöschender Gewalt gekennzeichnet ist, den Fuss nur ein ganz klein wenig von Gas nimmt. BESTIAL MOCKERY spielen noch immer ganz eindeutig als solchen erkennbaren Death Metal, doch dürfen ihre Riffs sich in ihrer ganzen Pracht präsentieren, ohne stets den letzten Zug nach Hockenheim erwischen zu müssen und der Produzent hatte nicht den Schwamm, sondern die Kreide in der Hand. Die Folge: Der glasklare und dennoch mörderische Sound von Bass, Schlagzeug, Gitarre und einer Kreissäge.

Letztere ist natürlich das Gimmick dieser schwedischen Formation und wird, gar nicht unvirtuos, an allen Ecken und Enden zum Rumpeln und Röhren gebracht – nicht zu Unrecht heisst der Opener „Chainsaw Demons Return“. Was dann leicht zu einem billigen Novelty-Act verkommen könnte, wird dank der starken Songs zu einem der überraschendsten Deathmetal Statements dieses Jahres, nicht obwohl, sondern gerade weil diese Truppe sich und ihre Musik nicht todernst nimmt. Jeder dieser zehn Höllenhits ist ein direkt nach vorne gehender Ohrwurm, allen voran „Marching for Hell“, schon jetzt ein Klassiker in spe, aber auch „Fumes of Glory“ und „Goats feast“ bleiben bereits nach dem ersten Hördurchgang haften, ohne sich anbiedern zu müssen oder in poppige Gefilde abzudriften. Ein stark auf Hihats und aus allen Ecken hereinpolternden Toms fokussierender Schlagzeugsound mit kaum hörbaren Bassdrums, transparente Gitarren und die weit nach vorne gezogenen, recht clean abgemischten Vocals – Produzent RB, selbst bei GRIEF OF EMERALD tätig, hat BESTIAL MOCKERY einen sofort erkennbaren Klang verpasst, der ideal die Stärke der Band – das Schreiben eingängiger Riffs und Refrains – betont. Nach weniger als einer halben Stunde ist der Spass schon wieder vorbei, doch die will ersteinmal verarbeitet sein.

Wer „Evoke the Desecrator“ auf Vinyl sein eigen nenne möchte, muss schnell zugreifen, da diese Ausgabe auf 500 Exemplare limitiert und schon bald nicht mehr auf regulärem Vertriebswege erhältlich sein dürfte. Aber auch die reguläre CD ist ein Muss für jeden, den der ewige Wettlauf um neue Geschwindigkeits- und Brutalitätsrekorde freundlich gesagt kalt lässt. Doch wie gesagt, es ist und bleibt eine knallharte Angelegenheit: Kompromisslos im Ansatz, konkurrenzlos in der Ausführung.

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