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BETTINA KÖSTER - Queen of Noise

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Artist BETTINA KÖSTER
Title Queen of Noise
Homepage BETTINA KÖSTER
Label ASINELLA
Leserbewertung
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5.0/10 (2 Bewertungen)

Es ist doch immer wieder schön, wenn Pioniere der schwarzen Szene neue Lebenszeichen von sich geben. Wem der Name BETTINA KÖSTER irgendwie bekannt vorkommt, dem dürften bei dem Namen MALARIA die Schuppen von den Augen fallen. Dabei ist MALARIA längst nicht die einzige Station der Allround-Künstlerin BETTINA KÖSTER, die Musikerin, Autorin (Buch „Mandalay Moon“) und Filmemacherin (Film „Anatomy of Terror“ über das Regime in Burma) in einer Person ist. Nun liegt also mit „Queen of Noise“ ein neues Solo-Album vor, dessen Entstehung im Presse-Sheet gleichermaßen informativ wie auch humorvoll beschrieben wird. In jedem Fall wurden viele befreundete Musiker in die Produktion einbezogen, wodurch letztlich ein sehr facettenreiches Werk entstanden ist.

Musikalisch bewegt sich BETTINA KÖSTER in der Grauzone zwischen Wave, einer Mischung aus Rock und Minimal-Electro („Crime don’t pay“) sowie klassischem, experimentellen Noise, der durchaus auch mal groovig-funkig („Regina“) klingen kann. Manche Songs (z.B. „Fianc’ a Fianco“) erinnern mich dabei stellenweise auch mal an Formationen wie P.I.L. etc. Bei „Ocean Drive“ entsteht ein gelungener Kontrast durch den Einsatz des kühl klingenden Saxophons und Bettinas eher warmen Stimme. Nach dem sphärischen und ruhigen „Holy Water“ folgen mit „Grab me“ und „Confession“ zwei sehr verspielte Tracks, die etwas Lounge-Flair versprühen. „Pity Me“ und „Thar She Blows“ stellen zwei verträumte, emotional klingende Piano-Songs dar, wobei letzterer das Album beendet. Doch zuvor kommt mit „Via Pasolini“ der wohl treibendste Track des Albums – folglich kann ich mir diesen auch sehr gut in den einschlägigen Clubs auf der Tanzfläche vorstellen. Durch „Helter Skelter“ und „Femme Fatale“ hat das Album zudem noch zwei experimentelle Coverversionen bekannter Klassiker von PAUL MCCARTNEY und LOU REED zu bieten.

BETTINA KÖSTER legt ein Album vor, das durch ein wirklich rundes Konzept überzeugen kann und beweist, dass von einer „Queen of Noise“ auch ruhigere Stücke kommen dürfen. Mit „Via Pasolini“ und „Crime don’t pay” gibt es aber freilich auch etwas zum Abzappeln. Ein tolles Comeback – souverän und stilsicher!

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