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BETWEEN BODIES - Electric Sleep

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Artist BETWEEN BODIES
Title Electric Sleep
Homepage BETWEEN BODIES
Label KROD RECORDS
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Die Mitglieder von BETWEEN BODIES kommen aus Köln, Paderborn und Toronto und hören auf die Namen Susan Van Beek Rogers (Gesang & Gitarre), Benedikt Ricken (Gesang, Keys & Bass), Nils Fischer (Gesang & Drums) und Christopher Schmidt (Gesang & Gitarre). Ende 2019 haben sie mit ihrer ersten EP „On Fences“ auf sich aufmerksam gemacht, spielten eine Handvoll Konzerte und waren dann durch die Pandemie zum Stillstand verdammt. Diese Zeit haben sie mit jeder Menge Dropbox-Ordnern und Zoom-Sessions für die Arbeit an ihrem Langspiel-Debüt „Electric Sleep“ genutzt. Auf die Ohren gibt es Emo-Punk, der stark an die Bands der Nuller und frühen 2010er Jahre erinnert (vgl. THE GET UP KIDS, SMOKING POPES and ALKALINE TRIO) und das Thema Tod als wesentlichen Leitfaden hat.

Nun widmet sich der Vierer dieser Metapher nicht mit entschleunigten Klagegesängen, sondern jeder Menge Power. So verarbeitet Chris mit der druckvollen Single „Stronger Than Me“ den Tod des Großvaters und einen Familienkonflikt, der vor dessen Ableben nicht mehr geklärt werden konnte. Eine Besonderheit in der krachenden Emo-Punk-Soundlandschaft von BETWEEN BODIES ist derweil „Crosses In The Distance“. Nicht nur, dass die Combo an dieser Stelle Tempo rausnimmt, es gibt auch ein Kirchenorgel-Solo zu hören, das eine ästhetische Hommage an die Zeit ist, in der alle außer Susan einen engen Kontakt zur Kirche hatten. Die Jungs stammen nämlich alle aus religiösen Elternhäusern und darüber hinaus haben sich Nils und Chris in ihrer frühen Jugend durch eine Kirchenband kennengelernt. Zwischenzeitlich haben sie sich aus dem kirchlichen Kontext jedoch emanzipiert und behandeln das Thema in ihren Lyrics aus einer sarkastischen Perspektive.

Der Kirchenaspekt lässt mich an den Katholikentag in Aachen denken, den ich auf den Monat genau vor 36 Jahren aus dem einzigen Grund besucht habe, dass man für die fünf Tage von der Schule freigestellt wurde. Damals war Emo-Punk in Deutschland noch keine große Sache und ich erinnere mich an den Typen, der in dem überfüllten Zug mit seiner Gitarre im Gepäcknetz lag und die Musik zur ‚Reise nach Jerusalem‘ beisteuerte, die in dem Sechser-Abteil mit mindestens zehn Personen stattfand. Wirklich viele Programmpunkte des offiziellen Katholikentages habe nicht mitbekommen, aber ich hätte mich gefreut, wenn ich damals eine Band wie BETWEEN BODIES mit einer mitreißenden, gitarrendominierten Mucke wie auf „Electric Sleep“ live hätte erleben können.

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