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BEYOND THE EMBRACE - Insect Song

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Artist BEYOND THE EMBRACE
Title Insect Song
Homepage BEYOND THE EMBRACE
Label METAL BLADE
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Emsige Bienchen sind sie, die Mitglieder von BEYOND THE EMBRACE. Frisch aus dem Studio und direkt mit den Großen auf Tour (demnächst: PRONG). Knappe zwei Jahre sind vergangen seit ihrem Debüt „Against the Elements“, welches für die Band nach einem selbstbenannten und eigenfinanzierten Album den offiziellen Einstand im Musikgeschäft darstellte. Für „Insect Song“ holte man sich den eher in einschlägigen denn in weiten Kreisen bekannten Ken Susi in den Korb, gab ihm genau zu verstehen, wie man sich die Zusammenarbeit und das Endergebnis eben dieser vorstellte und machte sich daran zu beweisen, dass man keine Eintagsfliege sei.

Dass Susi nicht den Anreiz einer Libelle, sondern eher das Zupackende eines Gottesanbeterinnenkiefers besitzt, wird dabei gleich zu Anfang klar. „Fleshengine Breakdown“ legt los mit der Geschwindigkeit eines Rudels wütender Hornissen, das Riff so schwer und gepanzert wie ein Borkenkäfer, während der Anführer des Rudels Shawn Gallagher mit seinen Vocals ausgiebig seiner Liebe für die METALLICA des schwarzen Albums frönt. Schon in den ersten Minuten wird das sich aus verschiedenen Quellen bedienende, doch zugleich eng umrissene Spektrum der Band ersichtlich. BEYOND THE EMBRACE haben trefflich und äußerst clever erkannt, dass es von den inzwischen leicht antiquiert anmutenden, ausladenden Strukturen des klassischen Power zu den meist in reiner Ästhetik erstarrenden Formalübungen des Nu Metal gar nicht so weit ist, wie man als auf Genregrenzen eingeschworener Musikhörer zu meinen geneigt war. Die melodischen Gitarrenmotive von PAPA ROACHs „Last Resort“ werden plötzlich wie bei MAIDEN gedoppelt, sauberer Gesang steht neben abgehackten Staccato-Saitenattacken und während die meisten Songs auf ein fingerfertiges Solo verzichten und stattdessen in der modernen Manier eines „Break Down“ zuerst dekonstruiert und dann wieder neu aufgebaut werden, hat sich auch ein akustisches Kleinod namens „Ashes“ auf der Platte eingeschlichen. Wenn in der Liste der vergangenen Livepartner somit sowohl die stets songbedachten Wüteriche von KATAKLYSM, als auch die Old School Heroen JAG PANZER vertreten sind, macht das durchaus Sinn. Einziger Schwachpunkt einer ansonsten runden Scheibe ist leider ausgerechnet der zwar engagiert auftretende, doch leider ein wenig harmlos agierende Gallagher, der ohnehin bereits auf die ganz hohen Register verzichtet und sich dennoch ein paar Mal bei der Suche nach dem richtigen Ton verirrt. Wird sein Gesang jedoch von aggressivem Schreien unterstützt, ist das Ergebnis meist beeindruckend. So zum Beispiel in dem mit einem satten Chorus ausgestatteten „Redeemer“, dem im Mittelteil plötzlich elektronisch ausfallenden „Absent“ und dem starken Schlusslicht „Within“.

Immer noch jung hat diese Formation das Potential, seine Stärken zu einem kohärenten und rundum überzeugenden Ganzen zu vereinen und weiter zu wachsen. Susi scheint in diesem Zusammenhang mit seiner nicht zu trockenen, nicht zu glänzenden Produktion und seinem No-Nonsense-Anspruch auch in Zukunft der richtige Mann für diese Aufgabe. Der Honig dieses Schwarms schmeckt auf jeden Fall schon jetzt süß und kräftig.

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