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BIG HARP - Chain Letters

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Artist BIG HARP
Title Chain Letters
Homepage BIG HARP
Label SADDLE CREEK
Leserbewertung
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4.6/10 (5 Bewertungen)

Wie das Leben manchmal so spielt: Chris ist Musiker bei ART IN MANILA und macht für Stefs Band THE GOOD LIFE den Opener. Man unterhielt sich, trank und rauchte zusammen und ein paar Monate später hatte sie ein Baby von ihm im Bauch. Inzwischen haben die beiden zwei gemeinsame Kinder und machen mit BIG HARP seit 2010 auch musikalisch gemeinsame Sache. In der Folge erschien das Debüt „White Hat“, es ging wieder auf Tour und jetzt folgt mit „Chain Letters“ der nächste Silberling, der in bisschen nach altem Country und Siebziger-Jahre-Folk klingt – allerdings in einer eher dunklen, rotzigen Variante.

Los geht’s diesbezüglich mit dem düsteren Opener „You Can’t Save ’Em All“, der definitiv Lust auf mehr macht. „Waiting For Some Drunk“ macht sich im Kontext mit den übrigen Stücken vergleichsweise zahm aus und beschränkt sich auf eine dezente Instrumentierung und den whiskeygeschwängerten Gesang des männlichen Protagonisten, der durch die lieblichen Vocals seiner besseren Hälfte kongenial unterstützt wird. Mit viel Spannung schließen sich das schrammelige „Some People Are Born Strange“ und das Americana-Juwel „Good News“ an, ehe es das schnoddrige „Bar All The Doors“ ordentlich grooven lässt, „No Trouble At All“ erneut in dunkle, bassbetonte Gefilde hinabsteigt und „Micajah With His Hands Up“ mit Gospel-Anleihen und Handclaps-Parts ums Eck kommt. Dank „Outside In The Storm“ steht leicht nervöses Seventies-Orgel-Geplänkel auf dem Plan, während „It’s Easy To Be Strange“ sich auf leise Töne verlegt, die nahtlos in die langsamen Schlagzeug-Salven von „Call Out The Cavalry, Strike Up The Band“ übergehen. Zur Seite gestellt wird der Batterie neben der Langaxt noch eine Bläser-Sektion und ein Tasteninstrument, wodurch sich das große Finale besonders rund und hörenswert gestaltet, woran zu guter Letzt auch die beiden BIG-HARP-Stimmen wesentlichen Anteil haben.

Die Eheleute Chris Senseney und Stefanie Drootin-Senseney passen zumindest musikalisch bestens zusammen und haben mit „Chain Letters“ ein kleines Juwel geschaffen, das aus der Masse sticht und unbedingt ein größeres Publikum verdient hat. Wer sich beispielsweise den BLACK KEYS verbunden fühlt oder NICK CAVE und TOWNES VAN ZANDT viel Schönes abgewinnen kann, ist bei BIG HARP ohne Zweifel an der richtigen Stelle.

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