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BILL FAY - Life Is People

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Artist BILL FAY
Title Life Is People
Homepage BILL FAY
Label DEAD OCEANS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

BILL FAY ist so etwas wie Englands gut gehütetes musikalisches Geheimnis, denn der Mann, der für unzählige Musiker ein wichtiges Vorbild ist, hat lediglich Anfang der Siebziger zwei viel beachtete Alben rausgebracht und im Anschluss nur noch im privaten Rahmen Musik gemacht und dennoch unzählige Fans – insbesondere in Muckerkreisen. Jetzt, nach über 30 Jahren war BILL FAY wieder im Studio und hat mit einigen der besten britischen Musiker zwölf Songs aufgenommen.

Es handelt sich dabei wohl um keine neuen Stücke, sondern um alte Lieder, die neu arrangiert wurden oder teilweise als „Rohfassungen“ jahrelang auf ihre Vollendung gewartet hatten. Dafür konnte nun u.a. Jeff Tweedy von WILCO gewonnen werden, der selbst sagt, dass er sich an keinen Musiker erinnern kann, dessen Alben ihm jemals mehr bedeutet haben als die von BILL FAY. Die gemeinsame Nummer „This World“ kommt vergleichsweise beschwingt und aufgeräumt daher, überwiegend sind die Tracks auf „Like The People“ sehr getragen, so wie beispielsweise der Opener „There Is A Valley“ mit seinen schönen Piano-Variationen oder das von Streichern begleitete „Big Painter“. Auch „The Never Ending Happening“ setzt auf reduzierte Klavierakkorde und Bills unaufgeregten Gesang, der sich betont gefühlvoll in „The Healing Day“ wiederfindet. Geradezu hypnotisch präsentiert sich „City of Dreams“, dem der Sechssaiter eine gewisse progressive Note verleiht. Dezent schließt sich „Be At Peace With Yourself“ an und auch „Jesus Etc.“ agiert lieber im Stillen, was dem stimmungsvollen Lied jedoch nicht schadet. Ebenfalls in Slow Motion, aber mit einer präsenteren Langaxt empfiehlt sich „Empires“, bevor „Thank You Lord“ schwermütig-schön auf sich aufmerksam macht. Dunkle Orgelklänge schweben über „Cosmic Concerto (Life Is People)“, ehe „The Coast No Man Can Tell“ die Platte mit ein paar Klavieranschlägen und melancholischen Vocals beendet.

Mit Ende 60 hat sich BILL FAY dank der Beharrlichkeit seiner Mitstreiter, die das Projekt ins Rollen gebracht haben, quasi sein eigenes Denkmal gesetzt. Dabei ist der Mann jedoch so bescheiden, dass er an „Life Is People“ nicht verdienen will und die Einnahmen deshalb an „Ärzte ohne Grenzen“ gehen.

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