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BILL FAY - Who Is The Sender?

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Artist BILL FAY
Title Who Is The Sender?
Homepage BILL FAY
Label DEAD OCEANS
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

BILL FAY ist so etwas wie Englands gut gehütetes musikalisches Geheimnis, denn der Mann, der für unzählige Musiker ein wichtiges Vorbild ist, hat lediglich Anfang der Siebziger zwei viel beachtete Alben rausgebracht und im Anschluss nur noch im privaten Rahmen Musik gemacht und dennoch unzählige Fans – insbesondere in Muckerkreisen. Nach über 30 Jahren war BILL FAY 2012 wieder im Studio und hat mit einigen der besten britischen Musiker zwölf Songs aufgenommen – d.h. er hat alte Lieder neu arrangiert bzw. „Rohfassungen“, die lange Zeit auf ihre Vollendung gewartet haben, fertig gestellt. Wie es scheint, hat der Mann bei dieser Gelegenheit Blut geleckt, denn mit „Who Is The Sender?“ veröffentlicht er jetzt eine weitere Langrille.

Aufgenommen in nur 13 Tagen in den Konk Studios von RAY DAVIES im Norden Londons greift „Who Is The Sender?“ die Themen auf, mit denen sich Bill von Anfang an befasste und weitet sie aus. Es geht es um spirituelle und philosophische Fragestellungen, um Beobachtungen der Natur und der Menschen in der Stadt, in der er sein ganzes Leben verbracht hat. Insofern sind sein erstes Stück „Garden Songs“ vom selbstbetitelten 1970er Debüt und die neuen Tracks gar nicht so unterschiedlich. Als Bespiel für den gelungenen „Alternative Gospel“ (so nennt BILL FAY seine Musik selbst), sei das zu Herzen gehende „How Little“ genannt. Seine Stimme hält der Altmeister dabei stets im Hintergrund, was die Wirkung der Lieder in ihrer Introvertiertheit positiv unterstützt. „Underneath The Sun“ gefällt mit dezenten Chören und Streichern, die sich auch im tiefgründigen Titelsong „Who Is The Sender?“ wiederfinden. Beim schlichten „The Freedom To Road“ gesellt sich zu den reduzierten Piano-Akkorden noch eine Mundharmonika, bevor die Keys, die am Anfang etwa beim Opener „The Geese Are Flying Westward“, „Bring It On Lord“ oder auch „Word of Life“ immer wieder das Streichorchester-Motiv aufgenommen haben, bei „A Frail And Broken One“ beinahe Kirchenorgel-Qualitäten an den Tag legen.

Freude und Traurigkeit durchziehen die Songs in gleichem Maße. Die Atmosphäre hat etwas Feierliches, Entrücktes. „Who Is The Sender?“ ist deshalb auch keine Platte für nebenbei, sondern ein reduziertes, leises Werk, das der vollen Aufmerksamkeit seines Zuhörers bedarf und auch verdient.

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