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BJØRN BERGE - Blackwood

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Artist BJØRN BERGE
Title Blackwood
Homepage BJØRN BERGE
Label DIXIEFROG
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

BJØRN BERGE, seines Zeichens Norweger, kennt das harte Leben, den anstrengenden Weg, durch körperlich schwere Arbeit seinen Lohn zu verdienen. Er ist zwar nicht (wie es das Blues-Klischee erfordert) auf Baumwollplantagen aufgewachsen, jedoch kennt er die Knochenarbeit auf einer Bohrinsel. Das mag womöglich dazu beigetragen haben, dass seine Musik so typisch ist – eine Raffinade verschiedener Einflüsse mit viel Temperament und Abwechslungsreichtum.

Das Interessante an seiner Musik ist, dass Herr Berge ähnlich ERIC BIBB seine Songs am liebsten akustisch vorträgt. Im Gegensatz aber zum rhythmusverliebten BIBB ist der Norweger trotz der akustischen Roots wesentlich „härter“ und spielt weitaus wildere Hooks. Da ist der Einstieg „In & out“ mit seinem Country-Flair beinahe noch harmlos. Mit „Once again“ versucht sich der Gitarrenvirtuose dann an einem ruhigeren Stück. Beinahe poppig säuselt der Titel dahin und meint, kein Wässerchen trüben zu können. Die grobe Kelle kommt jedoch gleich im Anschluss, denn „Accused“ ist weitaus schneller und härter als seine Vorgänger. Beeindruckend, welchen Druck eine Akustikklampfe aufbauen kann. Dazu kommt noch die markante raue Stimme des Musikers. „Going to Brownsville“ nimmt im Anschluss jedoch gleich wieder den Fuß vom Gas. Ein klassischer Blueser, wie er im Buche steht. Der nun folgende Namensgeber dieses Albums überzeugt dann aber gleich wieder mit seiner schnellen, um nicht zu sagen virtuosen Darbietung an der Gitarre. Dabei kommt das Stück ohne Gesang aus. „Woodstock“ (im Original von JONI MITCHELL) drückt der Norweger dann auch seinen ganz eigenen Stempel auf. Ruhig und dennoch dynamisch ertönt dieses Cover und bleibt so im Ohr hängen. Was jetzt noch folgt, sind weitere fünf Songs, die sich zwischen Blues, Rock und sogar dezentem Jazz bewegen. Dynamisch, flott und handwerklich gut gemacht lassen sie keine Wünsche offen. Lediglich kommen manche Stücke ob ihrer Geschwindigkeit und der Hooks etwas sperrig daher. Was jedoch nicht sperrig ist, sondern so wie es/ er sein soll, ist der Sound. Dieser klingt genauso, wie er auf einem Akustikalbum klingen muss. Ein kleines Lob muss ich auch für die Aufmachung der CD aussprechen. Ein schönes Digi mit Booklet, das mit drei Sprachen gefüttert wurde (Englisch, Französisch und Deutsch), rundet das Gesamtbild ab.

BJØRN BERGE liefert mit „Blackwood“ einmal mehr das ab, was der Fan erwartet. Ein technisch versiertes und inhaltlich interessantes Album, das sowohl den gitarrenaffinen Hörer, als auch den hingebungsvollen Blueser ansprechen sollte. Lediglich die bereits genannte Sperrigkeit mancher Songs fällt an einigen Stellen auf. Das jedoch ist hier meines Erachtens weniger Makel denn Stilmittel.

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