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BLACK LOTUS - Harvest of Seasons

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Artist BLACK LOTUS
Title Harvest of Seasons
Homepage BLACK LOTUS
Label BLEAK ART RECORDS
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Seit 2005 existiert BLACK LOTUS in der jetzigen Form, in den Gedanken der Gitarristin Lindsay Kerr entwickelte sich das Projekt allerdings schon seit 2002. „Light Subsides“, 2006 als erster Longplayer in geringer Auflage und mit niedrigem Budget produziert, zeigte den bis jetzt anhaltenden Stil der Band. Kurz darauf veröffentlichte man eine EP in Eigenproduktion und brachte 2008, unter den Fittichen von Bleak Art Records, das Album „Harvest of Seasons“ auf den Markt. Inspiriert wird BLACK LOTUS durch die Landschaft des Heimatlandes Kanada, woraus eine Mischung aus atmosphärischem Black Metal mit einer gewissen Folk Attitüde entsteht.

Melancholisch beginnt die Platte mit dem Intro „Prelude“, welches die Grundstimmung der folgenden sieben Tracks wiedergibt. „Signatura Rerum“ ist der erste „richtige“ Titel des Silberlings. Man geht mit beachtlicher Geschwindigkeit voran und lässt die Songs durch ein geschickt eingesetztes Keyboard sehr episch und heroisch wirken. Im vokalen Bereich begibt man sich auf Black Metal typische Pfade und klingt stimmlich daher ein wenig nach DIMMU BORGIR oder ähnliche Vertreter der Szene. Positiv fällt auf, dass Jasper versucht, seine Stimme zu variieren und wirkliche Gesangspassagen im Chorus einzubauen. Leider ist „versucht“ auch das richtige Wort, denn es klingt unglücklicherweise nach gewollt und nicht gekonnt. „Statues of Auburn“ ist Nummer drei auf „Harvest of Seasons“. Ein siebeneinhalb Minuten Brecher, der von der Songstruktur ein wenig an AMON AMARTH erinnert. „Statues of Auburn“ ist mit seiner doch beträchtlichen Spielzeit jedoch nicht der längste Track der Platte, denn außerdem findet man noch das knapp zehn Minütige Epos „Terra Hiberna“, das anfangs energiegeladen wie der Rest der Stücke voran geht, sich aber dann im Mittelteil zu einer Ballade mausert und zum Ende hin wieder Fahrt aufnimmt.

Der dritte „Überlänge-Track“ ist „The Fallow Earth“, das immerhin mit gut acht Minuten zu Buche steht. Gerade zu Anfang hört es sich aber leider viel zu sehr nach dem eben genannten „Terra Hiberna“ an, da das Opening Riff im Prinzip gleich klingt, mit dem Unterschied, dass die Töne einfach eine Oktave tiefer gespielt werden. Fehlen noch drei Lieder, die das Album komplettieren. Beginnen wir mit „Of Pathless Woods“, der vierte Titel des Silberlings. Man beginnt mit einem langen, extrem heroischen Intro, das auch super in die „Herr der Ringe“ Trilogie passen würde. Sowohl „Of Pathless Woods“ als auch der zweite, noch ausstehende Song „Awaken the Seasons of Old“ sind nach der gleichen Struktur aufgebaut, wie zum Beispiel „Signatura Rerum“ und passen daher in das Gesamtbild der düsteren Produktion. Nummer drei im Bunde der noch nicht besprochenen Kompositionen ist „Wrath of the Triumphant Sun“, das zu Anfang den versprochenen, bis dato aber noch nicht wirklich zur Geltung gekommenen Folk Charakter der Scheibe am besten rüber bringt. Es klingt ein wenig nach irischen Volksliedern oder ähnlich kultureller „Tanzmusik“. Leider ist diese Facette, die mir wirklich gut gefällt, zu wenig auf dem Album vertreten, so dass es sich mehr nach 08/15 Black Metal als nach innovativer Musik anhört. Denn nach den doch so fröhlich frischen Volksklängen geht es leider genau dort weiter, wo die anderen Stücke aufgehört haben, nämlich im stumpfen, bösen Metal Gehknüppel.

„Harvest of Seasons“ ist ein Album, das sowohl Fans von AMON AMARTH als auch DIMMU BORGIR gefallen könnte. Anhänger der eher düsteren Musikszene sollten wenigstens einmal in Erwägung ziehen, den sechs Kanadiern eine Chance zu geben. Für Fans aus anderen Gefilden der metallischen Klänge gilt es einen Bogen um „Harvest of Seasons“ zu machen, denn leider fehlen jedwede ionnovative Elemente und keines der acht Stücke bleibt auch nur ansatzweise in den Hirnwindungen hängen. Wer sich dennoch an BLACK LOTUS heranwagen möchte, dem würde ich als Anspieltipp „Wrath of the Triumphant Sun“ ans Herz legen, da hier in nur knapp vier Minuten gezeigt wird, wozu man wirklich fähig ist. Wirklich schade ist, dass die schnelle Gitarrenarbeit zu einer Art verzerrtem Brei wird, da durch die Saiteninstrumente nicht wirklich Melodie in die Songs gebracht wird. Einzig das düstere Keyboard Geklimper macht aus der Metal Matsche zum Teil Horrorfilm-reife Stücke, die aber auch nicht wirklich viel rausreißen können.

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