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BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB - Specter At The Feast

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Artist BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB
Title Specter At The Feast
Homepage BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB
Label COOPERATIVE
Leserbewertung
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8.8/10 (10 Bewertungen)

Nachdem ich bereits das große Vergnügen hatte, einen Großteil der Songs vom sechsten Album „Specter At The Feast“ live genießen zu können, steht an dieser Stelle die Begutachtung der Konservenkost an, die Robert Levon Been (Gesang, Bass & Gitarre), Peter Hayes (Gesang, Gitarre & Bass) sowie Drummerin Leah Shapiro fast auf den Tag genau drei Jahre nach der Veröffentlichung von „Beat The Devil’s Tattoo“ jetzt in die Regale der Plattenläden räumen lassen.

Den Anfang macht das atmosphärisch dichte „Fire Walker“, das sich in Slow Motion in den Gehörgängen festbeißt und die ersten wohligen Schauer bereitet, ehe mit „Let The Day Begin“ ein treibendes THE-CALL-Cover auf dem Programm steht. Das hat natürlich auch einen tieferen Sinn, denn Roberts Vater Michael Been war Sänger und Bassist bei dieser Kapelle und verstarb tragischerweise im Alter von nur 60 Jahren ausgerechnet beim Auftritt seines Sohnes auf dem Pukkelpop Festival am 19.08.2010 an einer Herzattacke. Oft wurde er als viertes Bandmitglied bezeichnet und war häufig als Sound Engineer und Tonberater mit auf Tour. Ich erinnere mich noch gut an den BRMC-Gig, der drei Tage später beim Area 4 stattfand und von besonderer Intensität war. Diese Stimmung nimmt auch „Returning“ auf, das die Kalifornier im 15. Jahr ihres Bestehens ebenso wie „Lullaby“ von einer ungewohnt ruhigen Seite zeigt. Damit ist dann mit „Hate The Taste“ jedoch Schluss. Hier grummelt der Bass auf das Feinste und zieht das Tempo, in dem man mit Kopf und Fuß wippt, deutlich an. „Rival“ und „Teenage Disease“ machen ebenfalls keine Gefangenen, sondern hauen staubtrockenen Alternative-Rock aus, der übrigens überwiegend im Studio von Dave Grohl in L.A. aufgenommen wurde. „Some Kind of Ghost“ und „Sometimes The Light“ sind derweil wieder Nummern, die ganz langsam, aber dafür umso nachhaltiger ins Hirn kriechen und sich dort auf angenehme Weise breit machen. Auch „Funny Games“ nimmt in diesem Stil zunächst gemächlich Anlauf, um schließlich mitsamt Fuzzy-Gitarren und massiven Soundwänden wieder in die Vollen zu gehen. „Sell It“ grollt und poltert mit gehörigem Nachdruck aus den Boxen, bevor am Ende mit der fast neunminütigen Psychedelica-Ballade „Lose Yourself“ ein echter Emotionen-Overkill ansteht.

Diejenigen, die auf „Specter At The Feast“ einen Kracher nach dem anderen erwarten, werden sich vielleicht ein paar mehr schnelle Tracks wünschen. Kracher sind die zwölf Stücke jedoch trotzdem – nur eben dieses Mal von einer anderen Qualität, als man es üblicherweise vom BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB gewohnt ist. Das Herzblut, das in diesem Silberling steckt, ist in jedem Fall nicht zu überhören und ich kann versichern, dass es auf der Bühne weiterhin ohne Rücksicht auf Verluste amtlich gerockt wird.

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