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BLACK RUST - Medicine & Metaphors

Artist BLACK RUST
Title Medicine & Metaphors
Homepage BLACK RUST
Label STRANGE WAYS
Leserbewertung

Thees Uhlmann von TOMTE steht auf sie und Chris Eckman von den WALKABOUTS genau so. Die Rede ist von BLACK RUST, die in Ahlen beheimatet eine Musik ganz ohne elektrisch verstärkte Instrumente machen. 2002 zunächst als Zwei-Mann-Projekt von Jonas Künne (Gesang & Gitarre) und Julian Osthues (Gitarre, Mandoline und Mundharmonika) gestartet, kamen nach und nach noch Julian Jacobi am Kontrabass, Pianist Christoph Seiler und Adrian Hemley am Schlagzeug dazu. 2004 entstand in Eigenregie das sehr ruhige und folkige Album „So Much Weakness And I Lost My Sense“, fünf Jahre später geht die Reise mit einer neuen Scheibe stärker Richtung Schlagzeug und mehr Rock, auf dem Beipackzettel steht aber immer noch Folk-Americana.

In der praktischen Umsetzung macht das dreizehn wunderbare Songs, die unter die Haut gehen. Mit dem Opener „Everything’s Fading“ präsentiert der Fünfer gleich eine tolle Midtempo-Nummer, die von druckvollen Drums und einem sehr präsenten Kontrabass bestimmt wird. Bei „Heartache Now“ kommen dazu noch feines Klaviergeklimper und natürlich die Stimme von Jonas Künne, die den Songs den letzten emotionalen Schliff verleiht. Melancholie pur ist beim ruhigen „Overdose“ mit einem Himmel voller Streicher angesagt, bevor „New Year’s Day“ wieder Tempo macht. Hier schwingen auch mal knackige jazzige Elemente mit, doch schon wenig später fühlt man sich mit „Actually Yours“ dank Julians Mundharmonika und der fröhlichen Melodie an ein Lagerfeuer mit Freunden versetzt, wohingegen „Empty Park. Empty Street.“ erneut leise, sehr gefühlvolle Strophen rüberbringt. Währenddessen nimmt „Lonely Child’s Poem“ wieder Fahrt auf. Der dominante Kontrabass grummelt angenehm im Magen und das Piano sorgt für den Gute-Laune-Faktor. Ganz anders kommt das Tasteninstrument bei „Silent Lament“ zum Einsatz. Hier dient der Output der weißen und schwarzen Tasten als sparsame Untermalung für Jonas’ ausdrucksstarken Gesang, dann übernimmt die Mundharmonika bei „It’s Alright Girl (I’m Only Lying)“ die Startposition für einen weiteren vielschichtigen Song mit viel Wumms. Sehr schön auch das getragene „Song From The Edge of Bed“, das umgehend eine Ganzkörper-Gänsehaut hervorruft, die auch beim monumentalen „Bottom of The Glass“ erhalten bleibt. „We Don’t Live Here Anymore“ kriecht in Slow Motion ins Hirn und infiziert den Hörer umgehend mit dem BLACK RUST-Virus, so dass man sich auch den schwermütigen „Marlene“ nicht mehr entziehen kann.

Unverkennbar sind die Einflüsse von NEIL YOUNG und vor allem RYAN ADAMS hörbar, gleichzeitig ist es BLACK RUST gelungen, einen ganz eigenen, zeitlos schönen Sound zu entwickeln. Melancholie ohne Selbstmitleid, stattdessen Humor und Power, die Hand in Hand mit absolut hörenswerten Melodien gehen.

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