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BLACK RUST - The Gangs Are Gone

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Artist BLACK RUST
Title The Gangs Are Gone
Homepage BLACK RUST
Label STRANGE WAYS
Leserbewertung
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8.4/10 (9 Bewertungen)

Zwei Jahre nach dem offiziellen Debüt „Medicine & Metaphors” kommt endlich der lang ersehnte Nachfolger „The Gangs Are Gone“ der wunderbaren BLACK RUST in die Plattenläden. 2002 zunächst als Zwei-Mann-Projekt von Jonas Künne (Gesang & Gitarre) und Julian Osthues (Gitarre, Mandoline, Mundharmonika, Trompete und Posaune) gestartet, kamen nach und nach noch Julian Jacobi am Kontrabass, Pianist Christoph Seiler (auch an der Hammond-Orgel und dem Akkordeon tätig) und Adrian Hemley am Schlagzeug hinzu. 2004 folgte das ruhige, folkige DIY-Album „So Much Weakness And I Lost My Sense“ und irgendwann wurde SOPHIA-Mastermind Robin Proper-Sheppard auf die Jungs aufmerksam, nahm sie mit auf Tour und ging mit ihnen ins Studio.

So auch bei den Aufnahmen zu „The Gangs Are Gone“ geschehen, das wie sein Vorgänger in London und Hamburg aufgenommen wurde. Erstmals waren auch elektrische Gitarren mit im Spiel, allerdings bestimmen nach wie vor ganz klar die akustischen Instrumente den Sound des Fünfers aus dem Dreieck Ahlen-Dortmund-Münster. Neu ist auch, dass die einzelnen Songs aufeinander aufbauen. So startet der Silberling beschwingt mit dem gefühlvollen Titeltrack „The Gangs Are Gone“, ehe „From Now On“ ruhigere Töne anschlägt. Hoffnungsvoll klingt es bei „Back To Where I Started“. Hoffnungen die auf „Broken Home“ zunächst enttäuscht wirken, doch keimt mit der von Streichern und Pianoakkorden getragenen Musik auch wieder das zarte Pflänzchen Optimismus, welches mit dem rhythmusbetonten „Present Nothing, Pass Less“ weiter wachsen darf und zu „Horizon (How I Hope That You’re Alive)“ wehmütige Bläser erklingen lässt. „Waiting“ wärmt das Herz, bevor Klavier und Mundharmonika bei „Memory Lane“ für bittersüße Melancholie sorgen. Auch „Again (My Darkest Hour)“ kommt nachdenklich und mit reduzierter Instrumentierung daher, um mit „Rain / Roses“ schwungvoll-poppige Erlösung zu finden. Nicht minder fröhlich präsentieren sich die Blechinstrumente auf „These Days“, die auf er Zielgeraden an das nachdenkliche „Having Panic About A New Word War“ abgeben, sieht man mal vom überraschenden Hidden Track „Still“ ab, der mit tollen Akkordeon- und Kontrabass-Klängen letztlich das Album beschließen und es verdient hätte, auch im Booklet genannt zu werden.

Wie die Band zu Protokoll gibt, handelt die Platte von einer einzigen Odyssee. Einer Suche nach sich selbst. Nach Identität, Erleuchtung und Veränderung. Der Weg dorthin ist alles andere als einfach, aber zu guter Letzt wird doch irgendwie alles gut. Frei nach dem Motto: Musik ist nicht dazu da, die Welt zu retten. Musik ist dazu da, dir dein Leben zu retten. Große Worte, die auf jeden Fall eine perfekte musikalische Umsetzung genossen haben. Egal, ob folkige Ballade mit Glockenspiel und Schifferklavier, hymnischer Popsong mit Streichern und Gebläse, kompakte Rocker mit E-Gitarren und Mandoline, Experimente mit Banjo und Tuba: BLACK RUST strahlen auch 2011 eine enorme Spielfreude aus und haben mit „The Gangs Are Gone“ einen Longplayer vorgelegt, der in Sachen Dynamik, Kontrast und Abwechslungsreichtum keine Wünsche offen lässt. Fantastische Americana-Sounds können eben auch aus Westfalen kommen.

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