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BLACK SLEEP OF KALI - Our Slow Decay

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Artist BLACK SLEEP OF KALI
Title Our Slow Decay
Homepage BLACK SLEEP OF KALI
Label THIS CHARMING MAN
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Eigentlich kommen BLACK SLEEP OF KALI aus Denver, Colorado, und damit von der westlichen Klappe des amerikanischen Herzes, doch man könnte fast meinen, die vier bärtigen Typen hätten zusammen mit den hiesigen Vertretern der Ostküste im Sandkasten gespielt, so sehr klingt ihre erste Scheibe nach Georgia. Trotzdem schlug die gemeinsame Geburtsstunde erst 2008, und noch zwei Jahre zogen ins Land, bevor das Lineup sich endlich als stabil behaupten und die Aufnahmen zur ersten Platte beginnen konnte. Diejenigen, die die Entwicklung der Post-2000er Doom- und Sludge-Sparte bislang aufmerksam verfolgt haben, werden auf „Our Slow Decay“ dennoch kaum einen durch die Vorreiter geprägten Kernaspekt vermissen müssen.

Den unvermittelt trockenen und gleichzeitig einlullenden Groove des eröffnenden „There is nothing“ könnte man etwa einem maßgeblichen Einfluss von KYLESA anrechnen, der im gesamten Albumkontext kaum zu überhören ist. Die feminine Gesangshypnose Laura Pleasants‘ kann die männliche Besatzung natürlich nicht bieten, mit dem zur Verstörung neigenden Wechsel von harschen Beinahe-Schreien und besänftigender Mehrstimmigkeit jedoch einen ähnlich fesselnden Effekt erzielen. Vergleichbar zweigleisig wird auch instrumental weiter gepilgert, den erfolgsgekrönten Thronwärmern MASTODON nachempfundenes Technik-Gegniedel (plus präzisen Trommler in Rage) und ruppige Stoner-Riffs gleichermaßen geschultert, taumelt man weiter in den Titelgebenden Untergang hinein, der nach dem noch halbwegs fixen, metallisch dicken HIGH ON FIRE-Verweis „The crow and the snake“ in immer dunklere Tiefen reißt. In trostloser Neo-Doom Atmosphäre wächst knarzend verzerrt eine musikalische Depression heran, die sich zu erhabener Größe aufbäumt, erst leicht zu bröckeln beginnt und schließlich den Hörer völlig unter ihrem erdrückenden Gewicht begräbt… die stetige Reduzierung der Instrumente des Mittelstücks „The Great Destroyer“ ist wohl der mächtige Zenith dieser brachialen Vorführung. Gleichwohl gesteht man frei heraus die Liaison mit dem Pop, was hier nichts anderes als nachvollziehbare Strukturen und trotz der deutlichen Postcore-Liebäugelei nicht allzu abgefrickelte Klangsphären bedeutet. Das macht die Amis inmitten der durchweg zur Verzweiflung neigenden, mit einem zeitweilen wirklich bösen, todesmetallischen Unterton versehen Wand tonaler Impressionen im Vergleich verträglicher und konsumierbarer als die absoluten Freudentöter des Nischen-Genres.

Hie und da und allgemein könnte den letzten Endes noch deutlich anklingenden Verweisen eine eigene Etikette verpasst werden, die Integration „freudiger“ Emotionen innerhalb des nahenden Untergangs macht BSOK wiederum auch ein klein wenig besonders. Im Erdrücker-Sound Beheimatete sollten auf jeden Fall nicht die elfte Stunde verstreichen lassen, sondern direkt die apokalyptischen Ansätze auf „Our slow decay“ verputzen. Gerade Sammler müssten bei der limitierten, hierzulande nur als Vinyl vertriebenen Auflage schleunigst zulangen!

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