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BLACK THOUGHTS BLEEDING - Stomachion

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Artist BLACK THOUGHTS BLEEDING
Title Stomachion
Homepage BLACK THOUGHTS BLEEDING
Label SILVERWOLF
Leserbewertung
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Das sich langsam zum Ende neigende Quartal wurde von der Industrie schon recht eifrig genutzt, um die schier endlose Trend-Welle im Metalcore-Ozean erneut in Wallung zu bringen. Bei dem vielen Unrat, der da immer wieder an Land gespült wird, ist es erstaunlich, dass sich gerade in Nordrhein-Westfalens Gewässern ein paar ganz dicke Fische tummeln, die sich dazu noch problemlos mit den handelsüblichen Ami-Importen messen können. Dem bayerischen „Silverwolf Productions“-Label ist da doch mal glatt mit BLACK THOUGHTS BLEEDING ein solches Getier ins Netz gegangen, das sich mit corigem Gebrette und skandinavischer Melodie-Verwegenheit ohne Umwege in der Stereotypen-Liga des modernen Metals verewigt.

Doch ist dieser als „finest modern metal“ definierte Sound gar nicht mal so fischig, stinkig und übertrieben stereotyp, selbst wenn die bekannten Ingredienzen komplett und ausnahmslos vertreten sind. Das sich aus den drei Songs der alten EP „Tragedy Of Evolution“ und neun bisher nicht käuflich erwerbbaren Stücken zusammensetzende Langspielplatten-Debüt „Stomachion“, welches uns namentlich auch als lustiges Puzzlespiel bekannt sein könnte, bietet neben den beiden oben genannten Komponenten auch das Beste aus den Bereichen Thrash, Metal- und Deathcore, so dass man sich jetzt aussuchen kann, wo man die Jungs letztendlich hinsteckt. Dabei ist zumindest alles, was man so auf dem Markt gebrauchen könnte. Von wahrhaftiger Innovation kann da nicht die Rede sein, von unterbelichteten Szene-Amateuren angesichts des technischen Potenzials der Band und dem musikalisch anregendem Stoff, den man in den Stücken verarbeitet, allerdings ebenso wenig. Das aggressive Gebollere wäscht in beiderlei Hinsicht den Metalhead auf ganz amtliche Weise und zitiert dabei des öfteren die bekannten Genre-Vertreter. Gleich schön amerikanisch legt „Bloodred Struggle“ los. Deathiger Metalcore wird hier direkt und aggressiv präsentiert, mit Cleangesang und einem unterschwelligen Synthie-Teppich im Break in die Richtung BLEEDING THROUGH gelenkt und mit einem deftigen Downtempo-Abgang abgeschlossen. Etwas weniger drückendes, dafür aber erhaben moshbares CALIBAN-Material schließt sich mit „My Past, Your Fault“ an („It’s Our Burden To Bleed“ anyone?). Ebenso deutlich sticht die melodisch thrashige TRIVIUM-Schlagseite des der EP entnommenen „Escape“ heraus. Die verwendeten cleanen KILLSWITCH-Refrains sind nun auch nicht gerade neu, klingen im Falle von Fronter Dominik jedoch deutlich packender, mitreißender als der gängige Emo-Standard. Vor allem beim düsteren „Fade To Light“ haucht er anmutig ins Mikro und der Musik eine ganz untypische Gänsehaut-Atmosphäre ein. Zum Abschluss donnert „Icarus“ mit typischen Core-Riffs im AUGUST BURNS RED-Stil nochmal kraftvoll aus den Boxen, bevor das Finale in einem sanften Instrumental abebbt.

Somit reiht sich „Stomachion“ nahtlos hinter der EP ein, zumal die drei Songs ja auch in Neuaufnahme wieder übernommen wurden. Auch beim Klang gibt es diesmal nichts zu meckern, denn jetzt knallt die Produktion auch da, wo sie knallen soll. Nur wollen sich BLACK THOUGHTS BLEEDING noch nicht so ganz von den „Großen“ loslösen. Solang die Endprodukte aber ihre Qualität behalten, kann ich es ihnen nicht verdenken. Welche Neuzeit-Core-Band kann schon von sich behaupten, sich noch nie irgendwo bei den Pionieren bedient zu haben? Das Album lässt sich jedenfalls gut hören und holt einiges aus dem verworrenen Genre heraus. Berühmt werden sie vielleicht nicht, aber ein zweiter Lonplayer ist da auf jeden Fall drin. Ich bin gespannt.

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