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BLACKMORE’S NIGHT - Winter Carols (Re-Release)

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Artist BLACKMORE’S NIGHT
Title Winter Carols (Re-Release)
Homepage BLACKMORE’S NIGHT
Label AFM RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (5 Bewertungen)

Die Weihnachtszeit rückt näher, die Weihnachtsmärkte haben geöffnet. Aus Lautsprechern rieselt leise Musik. Manch ein Markthändler, der schon Erfahrungen auf Mittelaltermärkten sammeln durfte, wird auch die Weihnachts-CD von BLACKMORE’S NIGHT im Player laufen lassen. Passend zur diesjährigen Adventszeit wurden die „Winter Carols“ des Ex-DEEP PURPLE-Gitarristen Ritchie Blackmore und seiner Frau Candice Night neu herausgebracht. Seit vielen Jahren gehen beide kreativ und spielerisch mit mittelalterlichen Volksweisen um, schaffen daraus neue Sound- und Klangeffekte und adaptieren bzw. covern bekannte Musiktitel auf den ihnen eigenen Renaissance-Stil. Das Wort „Carols“ stammt aus dem 16. Jahrhundert und bedeutet soviel wie Tanz. Winter Carols waren aus diesem Grund nie einfach nur Lieder, denen man in stiller Andacht nur lauschen soll. Sie waren dazu gedacht, Spaß und Fröhlichkeit zu verbreiten, die Menschen zu einem geselligen Umgang miteinander anzuregen. Diesen Gedanken haben BN aufgegriffen und transferieren auf der vorliegenden CD die alten Volkslieder in die heutige moderne Zeit.

Blackmore selbst drückte das mit einem Augenzwinkern auch etwas anders aus: „Als ich ein Kind war, bin ich in der Weihnachtszeit von Haus zu Haus gegangen und habe diese Melodien gesungen, um etwas Geld zu verdienen. Jetzt, da ich erwachsen bin, dachte ich mir, ich könnte sie spielen und damit noch mehr Geld zu verdienen.“ Das könnte ihm mit dieser Scheibe vielleicht ebenso gelingen wie mit dem aktuellen Album „Secret Voyage“, welches in den deutschen Charts mittlerweile auf Platz 14 gelandet ist, nachdem es in den amerikanischen Billboards seit einigen Wochen auf Platz 1 ist.

Gleich mit dem ersten Lied wird man in weihnachtliche Stimmung versetzt und hört die „Engelein“ singen. Es handelt sich um eine Volksweise, die auch in Deutschland, zwar nicht mit deutschem Text, aber doch nicht unbekannt ist. Die Trommeln und etwas später einsetzenden historischen Instrumente erinnern dann sofort an ein lustiges Beisammensein. Bei dem Rhythmus ist man geneigt, mit zu klatschen, wie es die Musiker vorgeben. Besinnlich und verträumt geht es mit dem Instrumental „Winter“ weiter. Der Song „Ding Dong Merrily On High“ ist ein sehr typischer Titel für BLACKMORE’S NIGHT. Sanfter Beginn, immer lauter werdend bis hin zu kraftvollen, leicht rockigen Klängen. Einer Hymne gleich und mit Mandolinenklängen untermalt wird das Lied „Ma-O-Tzur“. Das Lied vom guten König Wenzeslaus aus Tschechien befindet sich im Repertoire vieler Musiker. Keineswegs zum Träumen, sondern zum Mitmachen ist die Adaption auf dieser Scheibe. Der Takt gibt an, wie die Beine zu bewegen sind und wenn man den Text kennen würde, wäre man geneigt, mitzusingen. Zu einem ähnlichen Füßestampfen regt „Lord Of The Dance“ an. Anders als in den meisten Kompositionen, in denen immer wieder die Gitarre des Rockvirtuosen Blackmore durchklingt, sind es in diesem Lied die Blasinstrumente. Man stelle sich vor, auf dem Weihnachtsmarkt würden vom Kirchturm herunter die Bläser ihre weihnachtliche Stimmung bekannt geben. Auch mit dem Song über die drei Könige kommen die Musiker ihrem Versprechen nach, Tanzmusik zu machen. Begleitet wird der eingehende Rhythmus von instrumentalen Einlagen in Form der Klänge eines Dudelsacks. Wenn schon ein moderner Titel für eine solche Adventsscheibe gecovert wird, dann passt kaum ein Titel besser als „Wish You Were Here“ von den REDNEX. Weder ist an der Interpretation von Candice Night etwas auszusetzen, noch geben die Gitarrenklänge Anlass dazu. Kaum ein Titel, abgesehen vielleicht von “Jingle Bells“ und „Stille Nacht“, wurde für einen Weihnachtssampler so oft gecovert wie „Emmanuel“. Dennoch hört sich dieses Lied immer wieder anders an, und auch immer wieder toll. Sanft und dahin gleitend, ruhig und besinnlich. Anschließend geht es mit „Christmas Eve“ wieder etwas beschwingter zu, Pärchen können sich umarmen und Zuhörerreihen bei den Armen einhakeln. So tanzt und schunkelt es sich in den Klassiker „We Wish You A Mery Christmas“ hinein, der das Ende des Liederreigens beschließt.

Mit den Liedern auf diesem Album hat Blackmore definitiv seine Wurzeln, die für Rockmusik stehen, vergessen. Doch es ist halt nur ein Ausflug zur weihnachtlichen Zeit, der aber gelungen ist. Wer nicht auf deutsche Weihnachtslieder steht, der holt sich mit den „Winter Carols“ eine wunderschöne CD unter den Gabentisch, kann damit den unterschiedlichsten mittelalterlichen und modernen Instrumenten lauschen oder das Tanzbein schwingen.

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