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BLANCMANGE - Blanc Burn

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Artist BLANCMANGE
Title Blanc Burn
Homepage BLANCMANGE
Label PROPER RECORDS
Leserbewertung
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Wie gerne hätte ich ein großes Lob für „Blanc Burn“ ausgesprochen, das erste BLANCMANGE-Lebenszeichen nach einem Vierteljahrhundert! „Hätte“ ist leider das entscheidende Wort. Bei „History of Modern“ erkannte man sofort, das ist OMD. Bei „Credo“ musste man zwar über den stampfenden Beat hinweghören und auf die zarten Melodien im Hintergrund achten, doch dann erkannte man THE HUMAN LEAGUE direkt wieder. Der Name BLANCMANGE weckt schnell Erinnerungen an zeitlose Klassiker wie „Waves“ oder „Living on the Ceiling“, und nicht zu vergessen „The Day Before You Came“, die (neben ERASUREs „Abba-esque“-EP) wohl beste Coverversion eines ABBA-Songs.

Eingängige, aber immer auch ein bisschen schräge Melodien aus dem Synthesizer gepaart mit noch schrägeren Texten waren das Markenzeichen von BLANCMANGE, die Messlatte für neues Material liegt also ziemlich hoch. Kann „Blanc Burn“ als viertes Studioalbum an das alte Niveau heranreichen? Oder es sogar überbieten? Nein, kann es nicht. Nicht einmal annähernd. „The Western“ ist das einzige Stück, das voll und ganz nach BLANCMANGE klingt (leider aber auch nach einem Klon, der aus „Living on the Ceiling“ und „Don’t Tell Me“ geschaffen wurde), „Probably Nothing“ liegt mit seiner hypnotischen, sich allmählich steigernden Melodie gleich auf dem zweiten Platz. Danach… tja, danach folgt erst mal lange Zeit nichts. Die restlichen neun Tracks kommen einfach zu monoton rüber. Zugegeben, es gibt ein paar schnellere und/ oder melodischere Stücke, aber sie leiden alle unter dem gleichen Problem, dass ihnen eine Hookline fehlt – nein, nicht bloß eine markante Hookline, sondern überhaupt eine Hookline. Alles plätschert so vor sich hin, und wenn der nächste Song anfängt, überlegt man, ob der letzte nun eigentlich zwei oder zehn Minuten lang war. Hinzu kommt, dass Neil Arthurs Stimme viel zu oft elektronisch verfremdet wird und bisweilen ziemlich gelangweilt klingt.

Auch nach dem x-ten Hören des Albums bleibt ungeklärt, ob das Ganze vielleicht nur eine Parodie sein könnte oder ob die Herren Arthur und Luscombe es tatsächlich ernst meinen. Man möchte gar nicht glauben, dass diese beiden früher einmal Songs wie „Blind Vision“ oder „That’s Love That It Is“ geschrieben haben. Das meiste auf „Blanc Burn“ wirkt mehr wie eine Sammlung von Songideen, die versehentlich veröffentlicht worden ist, bevor man sie ausgearbeitet hat. Wenn BLANCMANGE mit „Blanc Burn“ eines ganz sicher geschafft haben, dann ist es die Schädigung ihres eigenen Rufs, zeitlosen elektronischen Pop schreiben zu können. Wenn nach 25 Jahren nicht viel Besseres herauskommt als ein Album voller Songs, die bestenfalls noch als B-Seiten von Hitsingles herhalten können, dann muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass BLANCMANGE ihr Pulver auf den ersten drei Alben verschossen haben. Falls es noch ein fünftes Album geben sollte, dann kann man nur hoffen, dass das besser wird. Obwohl… noch belangloser als das hier kann es wohl nicht mehr werden…

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