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BLANCMANGE - Happy Families Too

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Artist BLANCMANGE
Title Happy Families Too
Homepage BLANCMANGE
Label CHERRY RED
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Nach dem letzten -Album „Blanc Burn“, das meine fast vollständige Missachtung mehr als verdient hatte, war ich ja schon fest entschlossen, das Kapitel BLANCMANGE abzuhaken. Und als die Band dann noch die frohe Kunde verbreitete, man werde das Debütalbum „Happy Families“ komplett neu aufnehmen, da war ich weit davon entfernt, das als eine „frohe Kunde“ zu bezeichnen. „Nacktes Grauen“ wäre zu dem Zeitpunkt eine treffendere Definition meiner Erwartungen gewesen, denn immerhin stand zu befürchten, dass Arthur und Luscombe eine Neuaufnahme im Stil (oder Unstil) von „Blanc Burn“ abliefern würden.
Jetzt isses da – und ich habe es mir anhören können. Und das nicht nur einmal, sondern wiederholt und von versöhnlichen Gedanken begleitet (die sich natürlich dann wieder verflüchtigen werden, wenn irgendwann so etwas wie „Blanc Burn II: More Blanc Burn“ erscheinen sollte).

„Happy Families“ war das Album, das mit „Living on the Ceiling“ und „Waves“ gleich zwei Hits für BLANCMANGE einbrachte und das daneben auch noch die Klassiker „Feel Me“ und „God’s Kitchen“ enthielt. Das alles findet sich auf „Happy Families Too“ auch, nur eben neu aufgenommen und ein bisschen aufgepeppt, aber alles in Maßen. Jeder Song bleibt dicht am Original, er klingt nur eine Spur frischer, was natürlich zwangsläufig die Frage aufwirft: Wozu soll das gut sein? Es ist nicht so, als hätten BLANCMANGE bei ihrem Debüt minderwertiges Material abgeliefert, das jetzt endlich in die Form gebracht werden konnte, die seinerzeit technisch nicht machbar gewesen war (sozusagen die George Lucas Special Edition des Originals). Und es ist auch nicht so, als hätten sich BLANCMANGE in den letzten dreißig Jahren von einer Synthesizerband zu einer Bluesband weiterentwickelt, die nun ihre frühen Werke in ein neues Gewand kleiden wollen. Es gibt genau genommen überhaupt keinen vernünftigen Grund für diese 2.0-Version des ersten Albums, außer dass alles ein bisschen anders klingt als früher, aber eben nur ein bisschen. (Am ehesten könnte man das Ergebnis noch mit dem Kraftwerk-Album „The Mix“ vergleichen, das einfach nur die alten Kompositionen auf den neuesten Stand der Technik brachte.) Ein Live-Album wäre sicher die interessantere Variante gewesen, doch man kann sich durchaus darüber freuen, dass BLANCMANGE ihr Erstlingswerk insgesamt immer noch für so gelungen halten, dass sie wirklich nur an Feinheiten gebastelt haben.

Entbehrlich (und wie!) sind allerdings die vier Bonustracks, bei denen es sich lediglich um Remix-Versionen von vier Songs des Albums handelt. Zwar hat sogar Vince Clarke einen Remix beigesteuert, aber das fällt alles in die „Muss man nicht haben“-Kategorie. Wenn man’s genau nimmt, muss man zwar auch „Happy Families Too“ nicht haben, wenn man bereits „Happy Families“ besitzt, aber auf jeden Fall wird man nicht so enttäuscht wie von „Blanc Burn“ – und das ist ja schon was.

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