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BLAQK AUDIO - CexCells

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Artist BLAQK AUDIO
Title CexCells
Homepage BLAQK AUDIO
Label INTERSCOPE/ UNIVERSAL
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Schon erstaunlich, was für „Leichen“ manche Musiker im Keller haben. So entwickelten 2 Herren der nicht gerade unerfolgreichen amerikanischen Rocktruppe AFI ein starkes persönliches Faible für elektronische Klänge. Von DURAN DURAN bis NITZER EBB reichen die Vorlieben, die Davey Havok und Jade Puget schlussendlich dazu bewogen haben, ein entsprechendes Nebenprojekt aus der Taufe zu heben. Organische Instrumente verboten! Und der Erfolg ließ in den Staaten nicht lange auf sich warten: Man erreichte mit „CexCells“ auf Anhieb Platz 18 der Billboard Charts. Dafür müssen viele Underground Musiker ihr Leben lang stricken. Doch nicht nur der enorme Bekanntheitsgrad der Herren führte zu den sehr ordentlichen Plattenverkäufen, musikalische Substanz ist auch vorhanden, wie ich nach einigen Durchläufen feststellen konnte.

Im wesentlichen verbleiben die 12 Tracks im softeren Synthetik-Segment. New Wave und Synthie Pop mit einigen Tupfern Future/ Trance bilden das Grundgerüst, das Havok mit seiner hell-melodischen Stimme veredelt. Absolut typische 80er Vocals darf man dem Ami attestieren, an keiner Stelle zu aufdringlich. Die Hooklines floaten augenblicklich ins Ohr wie beim Opener „Stiff Kittens“, der auch als E-Single erhältlich ist. Beatiger wird es das erste Mal zu „Snuff on Digital“, wo man an schnellere MESH-Tracks erinnert. Die Vorbilder sind sowieso an allen Ecken und Kanten erkennbar, aber das war sicherlich auch so gewollt. „Bitter for Sweet“ beeindruckt mit einem Ohrwurm-Refrain und kann durchaus mit Amerikas Finest E-Pop Formation IRIS mithalten. “Where would you like them left“ holt die Neu Romantik Keule raus und lässt mich an solche 80er Style Schmachtfetzen wie „Lost Boys“ denken, als Corey Feldmann noch nicht den Drogen verfallen war. Hinten raus wird es zwar an einigen Stellen etwas beliebiger, doch mit dem flotten „Semiotic Love“ und dem VNV angelegten „Again, again and again“ (sehr einfallsreich…) hat man noch Trümpfe im Gepäck.

Alles in allem ein schöner Zeittrip mit überraschendem Reiseveranstalter, der zumindest dafür sorgen wird, dass junge Rockkids mal über den Tellerrand schauen. Eine Tour soll sich anschließen, das Duo meint es augenscheinlich ernst.

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