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BLAUDZUN - Lonely City Exit Wounds

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Artist BLAUDZUN
Title Lonely City Exit Wounds
Homepage BLAUDZUN
Label V2 RECORDS BENELUX
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Hinter dem Künstlernamen BLAUDZUN steckt der Niederländer Johannes Sigmond, der sein Alter Ego am dänischen Radsportler Verner Blaudzun angelehnt hat, der in den Sechzigern und Siebzigern zu den bekanntesten Amateur-Radrennfahrern zählte. Der Indie-Singer-Songwriter macht seit 2007 von sich reden, 2008 erschien das selbstbetitelte Debüt. „Lonely City Exit Wounds“ ist inzwischen die achte Langrille und zugleich eine der persönlichsten Platten des 47-jährigen.

Wie fast alle Alben, die dieser Tage erscheinen, ist auch „Lonely City Exit Wounds“ im Stillstand der Pandemie entstanden, aber das allein macht noch nicht den besonderen Charakter der Musik aus. Zweifellos ragt aus den zwölf Songs insbesondere das temperamentvolle „Real Hero“ heraus, das eine Ode an die Lebenslust ist und dem schwerkranken Sohn eines sehr guten Freundes und dessen Familie gewidmet ist. Leider hat die Krankheit gewonnen, weshalb BLAUDZUN das Lied im November auf der Beerdigung vorgetragen hat. Eigentlich auch eine schöne Idee, nicht nur getragene Melodien bei einer solchen Gelegenheit zu spielen. Die hat Johannes aber auch am Start! Etwa in Form des eröffnenden Titeltracks „Lonely City Exit Wounds“, der von der treibenden Single „Closer“ abgelöst wird. „Jettison“ schließt sich mit Falsettgesang und rhythmusbetonten Tonfolgen an, ehe „Save Me“ einen Gang zurückschaltet und zunächst eine akustische Gitarre und reduzierte Klavierakkorde in den Mittelpunkt rückt. Derweil nimmt mein persönlicher Favorit „Running To Meet The Sundown“ erneut spannungsgeladen Tempo auf, um schließlich an das tiefenentspannte „Wide Open“ abzugeben. Bei „Dontfuckup“ stehen währenddessen die Vocals im Fokus. Johannes schraubt seine Stimme nochmals in schwindelerregende Höhen, denen Melody Sigmond emotionale spoken words hinzufügt. Zusammen mit dem Heartbeat-Sound der Nummer ein absoluter Gänsehaut-Garant! Das nachfolgende „May“ übernimmt mit frühlingshafter Leichtigkeit, die sich im Anschluss in Teilen auch in „June“ wiederfindet. „End Time Kissing In The Daytimer“ bittet wenig später einmal mehr auf den Indie-Dancefloor, bevor „NY-Rio-Berlin“ für einen einprägsamen Abschluss sorgt.

BLAUDZUN hat hierzulande immer noch eher den Status eines Geheimtipps. In Benelux sieht das schon ein bisschen anders aus und auf den zahlreichen Festivals, auf denen Johannes mit seiner sechsköpfigen Band aufgetreten ist, wurden die Gigs bereits regelmäßig abgefeiert. Das abwechslungsreiche „Lonely City Exit Wounds“ bringt auf jeden Fall alles mit, um die deutsche Fanbase zu vergrößern, ob und wann Livekonzerte stattfinden können, bleibt allerdings abzuwarten.

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