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BLIND EGO - Numb

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Artist BLIND EGO
Title Numb
Homepage BLIND EGO
Label RED FARM RECORDS
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Freising ist die Heimat von gutem Bier, einem kleinen aber feinen Festival und von Kalle Wallner. Kalle Wallner? Freunden der Progrockmusik dürfte der gute Herr als Mitglied von RPWL bekannt sein, der sich außerdem auch gern solo betätigt. So z.B. mit „Numb“ seinem neuesten Solowerk, das der begnadete Gitarrist mit ebenso begnadeten Musikern aufgenommen hat. So finden sich Paul Wrightson am Mikrofon, Sebastian Harnack und John Jowitt am Bass sowie Michael Schwager und Iggor Cavalera an den Drums wieder. Iggor Cavalera? Und schon der zweite Name, der die Gedächtnisglocken läuten lässt. Ja, es handelt sich tatsächlich um den Ex-SEPULTURA Drummer, der im Finisher „Change Reprise“ die Sticks in der Hand hat.

Gute Anzeichen also, dass es sich hier um feinste Hardrockmusik handelt. Sicherer als eine alte Bauernregel erweisen sich dann auch die Vorzeichen als untrüglich. Schon das Intro verspricht bombastische Momente, was vorerst allerdings nur von den Instrumenten eingehalten wird, der Gesang verweilt noch im Hintergrund. Schon der zweite Titel lässt der Stimme aber den nötigen Raum und man kann sich vollends auf die durchdachten Kompositionen konzentrieren. Der balladeske, melancholische Einstand von „Guilt“ etwa, der in ein infernales Rachespektakel mündet, das Nervenzehrende Saitenspiel des Titeltracks oder das Progrockspektakel „Leave“. Für Freunde von überlangen Epen haben BLIND EGO die Fastenzeit beendet, denn mit dem fast schon monumentalen „Death“ zeigen sie auf fast 10 Minuten Länge, wie man Spannungsbögen in Musiktracks halten kann. Da sägen die Gitarren, es wirbeln die Drums, ekstatische Rhythmen bearbeiten den Bass und ein Sog hypnotischer Worte lässt den Sänger zum Todespriester werden. Zwischen balladesker Tragik, proglastigem Pomp und Industrialdüsternis zeigt dieses Monster seine facettenreiche Fratze. Nicht die einzige Überraschung auf einem mit ausgefeilten Texten und perfektionierten Songwriting aufwartendem Album.

Es fehlt lediglich etwas Dynamik, dieses letzte mitreißende Quäntchen Energie, das die Titel zum lebendigen Selbstläufer werden lässt. Aber auch ohne dieses Leben ist BLIND EGOs „Numb“ ein sicherer Kauf, nicht nur für RPWL–Fans.

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