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BLIND - s/t

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Artist BLIND
Title s/t
Homepage BLIND
Label EMI
Leserbewertung
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7.7/10 (6 Bewertungen)

Wer bei Amazon ein wenig in den Kundenrezensionen stöbert, findet neben PISA-Studienrechtfertigender Rechtschreibung auch einige „Ober Hamma“ Bemerkungen zum Album der Koblenzer Band „Blind“. Nunmehr verführen solche oberflächlichen Kommentare und die offensichtliche BRAVO-Postertauglichkeit schnell zum vorurteilenden Denken. Was bei den vier Jungs aber glücklicherweise unangebracht ist.

Bereits seit mehreren Jahren touren sie erfolgreich ihrer wachsenden Anhängerschaft hinterher, haben auf ihrem Weg mehrere Labeldeals abgelehnt und einige Produzenten vor die Tür gesetzt. Warum und weshalb? Weil man höchste Ansprüche stellt, wobei Perfektionismus und kommerzielle Ausrichtung wohl auch entscheidend waren. Beim Hören des selbstbetitelten Debüts fällt sofort die amerikanische Klangausrichtung auf, für welche sich nun Produzent Vincent Sorg (NO ANGELS!?!, IN EXTREMO) mitverantworten darf. Für den unbedarften Hörer klingt das erstmal enorm nach Poprock mit Metal- und Hardcoreeinflüssen, früher auch mal unter Nu Metal bekannt. Nun nehmen wir ja seit einiger Zeit so böse Wörter nicht mehr in den Mund, selbigen bekommt man nämlich vor Staunen auch so schnell nicht mehr zu. Kraftvoll und vor Energie strotzend knallen die 13 Tracks wie am roten Faden hängend erbarmungslos durch den Äther. Frontmann Fabian Zimmermann darf sein fülliges Stimmvolumen in überbordende melodische Gesangsparts hüllen, welche textlich einfach gestrickt, eingängigste Kost vermitteln. Oben angesprochene Kommentarzeilen erhalten ihre Berechtigung, selbst wenn der kurzzeitige Tempo- und Druckverlust in „Every you Every me“ kein PLACEBO-Cover ist. Muss ja auch nicht sein, die Formation klingt so schon kommerziell ausgerichtet genug, um ihren Breitwand-Stadionrock in absehbarer Zeit auch in den Charts platzieren zu können. Die druckvollen Bässe, virtuosen Bridgeübergänge hin zum Ohrenspülrefrain untermauern dieses Vorhaben in Tracks wie dem Opener „Jesus only knows“ oder der Single „Break away“ eindrucksvoll.

“Wir versuchen nicht, amerikanisch zu klingen. Wir wollen nur vermeiden, typisch deutsch zu klingen“ – tja, mit solchen Aussagen liegt ihr leider ziemlich falsch Jungs. Ihr klingt amerikanisch. Klingt das Endergebnis aber so überzeugend wie in diesem Falle, will man hoffen, dass BLIND damit mehr Erfolg haben werden, als es z.B. MY EARLY MUSTANG hatten. Kaufen solltet ihr euch die Scheibe jetzt gleich, bevor diese in einem halben Jahr die ganzen Teenies auf Dauerrotation haben…

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