| Artist | BLINDEAD 23 |
| Title | Deuterium |
| Homepage | BLINDEAD 23 |
| Label | PEACEVILLE |
| Leserbewertung |
Bis 2025 hat Roger Öjersson noch bei den schwedischen Düster-Metallern KATATONIA Gitarre gespielt und Mateusz Śmierzchalski war von 1999 bis 2003 bei den polnischen Extreme-Metallern von BEHEMOTH am Sechssaiter aktiv. Was die beiden außer ihren Instrumenten eint? Sie gehören gemeinsam mit Patryk Zwoliński (Vocals) und Paweł Jaroszewicz (Drums) zu BLINDEAD 23. Mit BLINDEAD 23 schlagen die Jungs das nächste Kapitel von BLINDEAD auf, einer polnischen Prog-Metal-Kapelle, die 1999 als INCORRECT PERSONALITY gegründet wurde. Von den Gründern ist allerdings nur noch Mateusz dabei und man darf wohl davon ausgehen, dass BLINDEAD 23 sich trotz der Namensähnlichkeit (die evt. Marketinggründe hat) eher als Neuformation verstehen, denn ihr Album „Deuterium“ wird als Debüt angepriesen.
Aufgenommen wurde „Deuterium“ bereits im Frühjahr 2023 im schwedischen Studio Gröndahl, die Produktion übernahm David Castillo, der u.a. auch schon mit OPETH und KATATONIA zusammengearbeitet hat. Auf die Ohren gibt es über eine knappe Stunde sieben Songs mit progressiven Strukturen, Death-Metal-Einflüssen, Post-Rock und massivem Sludge/Doom. Die Platte fungiert als konzeptionelle Reise, die sich als erhebender, aber oft auch düsterer Ausdruck und Reflexion der Seele manifestiert. Eingeteilt ist dieser Seelen-Trip in drei Kapitel und wenn man zunächst den Eindruck hat, der Post Metal diene der Entspannung (vgl. den Opener „Immersion I“), wird man doch ziemlich schnell und überzeugend aus den wohligen Träumen gerissen („Immersion II“). Da wirkt das Gegrowle wie ein Weckruf, während sich die Prog-Metal-Melodien ins Hirn fressen. Dank des entschleunigten „Wither“ darf jedoch wieder geträumt werden, ehe „Worst Laid Plans“ abermals alle Register zieht. Es kracht an allen Ecken und Enden, Death Metal trifft auf Prog und Growls auf cleanen Gesang – und das alles über elf Minuten, die nicht langweilig werden. Der Titeltrack „Deuterium“ vereint einmal mehr hart und zart, während „Towards The Dark“ zunächst eher als fluider Zustand, denn als greifbare Musik zu beschreiben ist. Der Sound wird in der Folge handfester, die Nummer ist sehr melodisch und weniger hart ausgefallen, während das finale „You Are The Universe“ dieser Atmosphäre ein wenig mehr Heavyness mit überraschenden Klavierakkorden verleiht.
BLINDEAD 23 schaffen auf „Deuterium“ imposante Soundscapes, die stilistisch irgendwo zwischen OPETH, CULT OF LUNA und NEUROSIS einzuordnen sind. Es tun sich immer wieder neue Spannungsbögen auf, die das Hören zu einem wahren Genuss machen.

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