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BLOC PARTY - Intimacy

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Artist BLOC PARTY
Title Intimacy
Homepage BLOC PARTY
Label WICHITA RECORDINGS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Da liegt also die dritte BLOC PARTY Langrille jetzt vor mir, nachdem sie digital bereits seit August zu haben ist. Die Jungs scheinen vor Ideenreichtum schier zu platzen, denn der Vorgänger „A Weekend In The City“ ist erst Anfang 2007 erschienen, aber wenn die Qualität stimmt, haben wir ja nichts gegen Quantität. Dass die Indie-Rocker aus dem Vereinigten Königreich live zu überzeugen wissen, haben sie auf zahlreichen Gigs bewiesen, immerhin gibt es die Kapelle schon seit zehn Jahren, auch wenn der große Durchbruch erst 2003 kam, nachdem der Sänger Kele Okereke im Anschluss an ein FRANZ-FERDINAND-Konzert FF-Sänger Alex Kapranos und BBC-Moderator Steve Lamacq eine Demo-CD in die Hand gedrückt hatte. Das Debüt „Silent Alarm“ schaffte es 2005 bis auf Platz 3 der britischen Charts, wir dürfen gespannt sein, wie weit es „Intimacy“ nach oben klettert.

Stilistisch haben BLOC PARTY auf jeden Fall wiederum Neuland betreten. So beginnt die Scheibe dank „Ares“ mit schrägem old school Hip Hop, verzerrten Gitarren und wilden Beats, die bei der Vorabsingle „Mercury“ ihre Fortsetzung finden. Die anfänglich oft beschworenen musikalischen Ähnlichkeiten mit FRANZ FERDINAND sucht man hier vergeblich, dafür geht „Halo“ mit treibenden Langäxten wieder stärker in Richtung der BLOC PARTY Anfangstage. Nach so viel Ungestüm legt „Biko“ eine melancholische Ruhepause ein, die mit „Trojan Horse“ von einem weiteren BLOC PARTY Stomper abgelöst wird. Dafür gibt’s beim rhythmusbetonten „Signs“ nicht nur ein Glockenspiel zu hören, sondern auch noch ein afrikanisches Percussion Instrument namens Mriba, dem Kele seinen typischen, sehr ausdrucksstarken Gesang beisteuert. Im Anschluss geht „One Month Off“ mit viel Elektronik in die Vollen, bevor bei „Zephyrus“ die Geschwindigkeit wieder gedrosselt wird. Es bleibt jedoch bei elektronischen Frickeleien, die mit etwas seltsamen Chören gepaart werden. Da ist die aktuelle Single „Talons“ mit seinen knackigen Riffs und dynamischen Synthies doch deutlich eingängiger. Etwas geheimnisvoller ist „Better Than Heaven ausgefallen, bei dem auch das Glockenspiel noch mal zu Ehren kommt. Zum Schluss hauen BLOC PARTY mit „Ion Square“ noch eine 6 Minuten 30 Indie-Hymne raus, die es versteht, die monotone Grundstimmung in pure Spielfreude mit jeder Menge Drive zu verwandeln.

Die elf Songs des dritten Longplayers könnten kaum unterschiedlicher sein. Insofern ist die beschworene Intimität eher spärlich vertreten, da die verschiedenen Songstrukturen immer wieder zum genauen Hinhören zwingen, aber vielleicht braucht’s auch genau diesen Umstand, um am Ende „Intimacy“ entstehen zu lassen. Auch wenn ich mich zu Beginn gerade mit den ersten Songs schwer getan habe, so konnten mich BLOC PARTY schließlich doch wieder mit ihrem Output überzeugen.

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