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BLOOD RED ANGEL - Crime Entertainment

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Artist BLOOD RED ANGEL
Title Crime Entertainment
Homepage BLOOD RED ANGEL
Label SUPREME CHAOS RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Es ist nicht Sex, der sich angeblich so gut verkauft, sondern nacktes Fleisch und platte Erotik. Und nicht der tausende Kilometer entfernt wütend Krieg, sondern das uns und unsere Omas direkt umgebende Verbrechen. Deswegen haben sich BLOOD RED ANGEL den richtigen Titel für ihr drittes Album ausgesucht, obwohl es darauf tatsächlich einen Song namens „War Entertainment“ gibt. Das, was uns nahe geht und steht ist Inhalt dieser Scheibe und wer das Herz am rechten Fleck hat, wird sich in den auf ihr ausgesprochenen wüsten Verwünschungen und peinigenden Zweifeln wiedererkennen.

Denn die Texte beschäftigen sich nicht nur beinahe selbstverständlich mit dem traurigen Zustand der Welt, mit Gewalt, Aggression und Machtmissbrauch. Sie thematisieren auch die ständige Sinnsuche, die über das einfache „Warum“ hinausgeht und eine dunkle Spiritualität einschließt. Von ihr singt Klaus Spangenberg in „darksideforce“, von ihrer Macht und ihrer Verführungskraft. Davon, dass die Hölle hier unter uns ist und nur einen Schritt entfernt. Doch auch davon, dass man sich am eigenen Zopfe aus dem Sumpf der Verlogenheit, der einen umgibt, herausziehen kann: „Don’t waste your time with fantasy/ The sands are „running low“/ Fight mankind’s antagonists/ change your reality“. Man muss nicht auf Alkohol, Kippen und Fleisch verzichten, um einer solchen Botschaft zuzustimmen. Interessanterweise ist es dann aber wahrhaftig gerade der New York Vibe, der als einziger seinen Weg auf eine Platte gefunden hat, die ansonsten so ursprünglicher Thrash ist, wie es nur geht. Der Sound ist clean, trocken und pur, Annäherungen an Death Metal, Elektronik oder Esoterik sind an BLOOD RED ANGEL spurlos vorübergegangen. Dafür sorgen die einträchtig geshouteten Backing Vocals auf dem bereits genannten, programmatischen „War Entertainment“ und die HardCore Bridge in „New Rights“ für Spannung. Die übrigen Songs sind einfach, aber effektiv gestrickt, gehen nach vorne, aber eher im Sinne eines 800 Meter Laufs, als eines kurzen Sprints. Die Ausnahme bildet „Presence of a shadow“, das mit rasant erhöhtem Tempo loslegt, dafür im Refrain gewaltig abbremst. Ein Breakdown, der den knüppelharten Eisenbass von Bernd Groß kurz in Szene setzt katapultiert den Song schließlich in ein expressives, fingerfertiges Solo.

BLOOD RED ANGEL haben keine Angst vor deutlich abgegrenzten Teilen und so erhalten ihre Stücke einen ausgeprägten Stop-and-Go Charakter. Das hält einen wach, ist aber manchmal auch ein wenig ermüdend. Und obwohl sie sich innerhalb der Grenzen einer Produktion, welche die Stimme deutlich vor die Instrumente platziert, bemerkenswert druckvoll geben, wünschte man sich mancherorts doch etwas mehr Durchschlagkraft. Doch der positive Gesamteindruck überwiegt: Guter „Rhine Area Thrash“, gute Texte, bemerkenswerte Botschaft.

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