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BLOOD SPENCER - Our Prophecy Resides

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Artist BLOOD SPENCER
Title Our Prophecy Resides
Homepage BLOOD SPENCER
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.9/10 (45 Bewertungen)

Es gibt sie doch, die „Liebe auf den ersten Gig“. Ich erinnere mich noch gut, es war am 10.11.2007 in der Bad Oeynhausener Druckerei, als BLOOD SPENCER im Vorprogramm von SONIC SYNDICATE die Bühne betraten. Doch während deren hinreißende Bassisten Karin den Anwesenden scharenweise die Köpfe verdrehte, hatte ich nur Ohren für die fünf Münsteraner, die auf der Bühne ein wahres Metal-/ Breakcore-Feuerwerk abbrannten. Dies tun sie seit dem Gründungsjahr 2006 und man veröffentlichte in dieser Zeit die beiden Demos „Face Off“ und „The Distance Remains“, die sich verkauften wie warme Semmeln. „Doch warum Brötchen backen, wenn man auch Torte haben kann“ dachten man sich nun wohl und richtet mit der ersten professionell aufgenommenen EP „Our Prophecy Resides“ nun den Nähr(torten)boden für eine große Zukunft an.

Beginnend mit „A Revenge For The One Eyed Man“ wird die eingangs erwähnte, durch Live-Performance entzündete Liebe einmal mehr entfacht. Dies nicht einfach nur aufgrund von Erinnerungen, die in einem hochkommen – nein! Es sind vielmehr die zwar schon bekannten, aber dennoch völlig unabhängig davon entstehenden Anflüge von Begeisterung über die Kombination aus Wucht und Melodie. So walzt sich der Opener direkt unbarmherzig durch den Gehörgang zu dem Punkt im Gehirn, der einem den Befehl gibt: „Mosh dir auf der Stelle den Arsch ab!“ Ja, da drückt sich das denkende Organ ziemlich krass aus, aber genau so krass fühlt es sich auch an, wenn die anschließenden Breakdowns auf einen einhageln und ebenso ist auch das schwermetallische Riffing im folgenden Titelsong zu bezeichnen. Dieser reiht sich mal eben umgehend in die Kategorie von bandeigenen Knallern wie „The Movie“ ein und geht einfach steil nach vorne. Das treibende Drumming leitet einen völlig unbekümmert in den nächsten Breakdown, wo man sich mit den fanfarenartigen Riffs den Pit teilt! Mazes fies-krächzende Shouts feuern dabei kräftig an und wechseln sich dabei ähnlich gut mit richtig bösen Growls ab, wie man es von NEAERAs Benny kennt und liebt. Das scheinen die Münsteraner also drauf zu haben: Fahrrad fahren und geil Shouten! Ebenso beherrschen sie es aber auch, einem musikalisch ordentlich den Allerwertesten (jaha, diesmal habe ich nicht „Arsch“ geschrieben!) zu treten, so wie auch bei der vorletzten der vier Kompositionen, die da heißt: „The Judas Castigation“. Eine mächtige und (unter anderem wegen einer ziemlich coolen Passage mit geflüsterten Vocals) recht düstere Nummer, die keine Gefangenen macht! Andererseits tut sie das doch, denn Melodieführung und Atmosphäre nehmen einen einfach gefangen – lassen allerdings nicht einmal den Gedanken eines Fluchtversuchs aufkommen, auch wenn diverse Parts einem wie ein Deckeneinsturz erscheinen, vor dem man sich besser in Sicherheit bringt.
Nach gut 14.5 Minuten wird man dann so verabschiedet, wie man begrüßt wurde: „Veil Yourself In Judgement“ mäht noch mal alles nieder und vereint wie jeder der Songs melodische Klänge mit knallharten Breaks und erbarmungslosem Schreigesang. Vom wieder mal treibendem Rhythmus betört, sehe ich mich schon vor geistigem Auge fröhlich im Pitt wüten! Vorfreude ist die schönste Freude – danach kommt nur noch das hören dieser EP! Und natürlich dessen Vortrag auf den kommenden Gigs!

Mit „Our Prophecy Resides“ liefern BLOOD SPENCER eine äußerst amtliche EP ab! Sicherlich ist der Stil nicht gerade neu – dennoch wird er selten so energiegeladen interpretiert wie von dem Quartett aus der Universitätsstadt. Waren die beiden Demos schon ziemlich beachtlichm ist diese EP ein ganzer Schritt nach vorne. Zwar merkt man der an sich guten Produktion in Sachen Dampf und Druck an, dass hier keine hunderttausende von Dollars geflossen sind; hör- und abfeierbar ist die Scheibe aber alle Mal und dank des wirklich höchstansprechendem Materials, dass darauf vertont wurde, wird es sicherlich nicht mehr lange Dauern, bis es nicht nur heißt „we carve our names into this sand“, sondern auch „we carve our names unter einen Major-Label-Vertrag“!

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