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BLUES PILLS - Devil Man

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Artist BLUES PILLS
Title Devil Man
Homepage BLUES PILLS
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

So, was soll man nun von einer Band halten, in deren Vita blumig mit wahren Größen der Soul-, Blues- und Rockmusik kokettiert wird? Als da wären AREATHA FRANKLIN, die alten FLEETWOOD MAC (ihr wisst schon, die die noch Blues machten und keinen Mainstream-Pop), LED ZEPPELIN, der Gitarrengott JIMI HENDRIX und nicht zuletzt die erste Supergroup überhaupt – CREAM. Größenwahn oder echte Könner?

Das amerikanisch-schwedisch-französische Quartett liefert nun mit der EP „Devil Man“ vier Tracks, die den Hörer davon überzeugen sollen, dass die Band wirklich mit den oben erwähnten Heroen verglichen werden darf. Als da wäre der Querverweis auf AREATHA FRANKLIN – wohl durch den souligen, kräftigen weiblichen Gesang. Meiner Meinung nach passt hier ein Querverweis Richtung JEFFERSON AIRPLANE eher. Man höre zum Vergleich einmal „White rabbit“. Vor allem, da sich JEFFERSON AIRPLANE auch im psychedelischen Rock austobten. Aber die sind wohl weit weniger bekannt. All die anderen Namen beziehen sich dann doch eher auf die Instrumentalisierung. Aber nun zu den Stücken dieser EP. Den Anfang macht der Namensgeber. Nachdem Elin Larsson die ersten Worte ins Mikro geschrien hat, setzen auch gleich die Instrumente ein. Und ganz ehrlich – ich war überrascht. Eingängige schwere Riffs, treibende Percussion und gute Solo-Arbeit gefallen mir auf Anhieb. Beim folgenden „The River“ geht die Band doch erheblich sanfter zu Werke. Viel Soul und gegen 1:50 kommt dann dieses gewisse Solo, auf das man eigentlich die ganze Zeit wartet. Ihr wisst schon, diese Ruhe vor dem Sturm. Irgendwie oldschool, irgendwie cool. Wer ZODIACs „Coming home“ kennt, weiß was ich meine. Bei „Time is now“ rocken die Jungs (plus Mädel) dann wieder gerade heraus. Ohne Schnörkel, aber mit dem gewissen Gefühl für Melodie und Musik. Und abschließend wildert man bei „Dig in“ noch etwas im Blues und erkennt spätestens hier, aus welchem Grund die Rockgötter LED ZEPPELIN als Einfluss genannt wurden. Der Klang schien mir auch passend zum Stil der Musik. Allerdings lässt sich das bei MP3 nicht immer so zuverlässig sagen. Übrigens, passend zum Flair der Siebziger wird diese EP auch auf Vinyl erscheinen.

Final kann ich wirklich nur feststellen, dass diese Band wirklich ein Surrogat aus oben genannten Gruppen darstellt. Und nicht nur aus diesen. Auch JEFFERSON AIRPLANE, untrügliche Einflüsse von NEIL YOUNG & CRAZY HORSE (zu Zeiten von „ZUMA“), MOUNTAIN und zig anderen Namen aus der Ära Woodstock und danach. Und das heißt für den Hörer: Spaß haben und krachen lassen.

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