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BOBAFLEX - Tales from Dirt Town

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Artist BOBAFLEX
Title Tales from Dirt Town
Homepage BOBAFLEX
Label TVT RECORDS
Leserbewertung
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BOBAFLEX? Irgendwie wollte ich mit diesem Namen nichts Gutes verbinden. Im Hinterkopf klingelte irgendetwas, welches mich an unspektakulären, prolligen Nu-Metal denken ließ. Ein Blick auf die Website und meine Befürchtungen wurden prompt bestätigt, da die Band aus Point Pleasant dort tatsächlich auch gleich die „Chicks of the week“ sucht. Ein interessantes Detail über die Formation kam dann aber doch zutage: So stammen die McCoy Brüder, die sich in der Band die Gitarren- und Gesangsparts teilen, aus einer geschichtsträchtigen Familie. Eine Fehde ihrer Vorfahren und deren Antagonisten, einer Familie namens Hatfield (schade, dass es nicht die Hetfields waren und der METALLICA Frontmann von dort abstimmen würde. Just imagine the stories!), führte in den 1880er Jahren fast zu einem Krieg zwischen West Virginia und Kentucky. Kein Wunder also, dass man einen Drang zu dreckigen Gitarrentönen verspürt…

Also, letztendlich die CD eingelegt. Nützt ja alles nichts. Der Opener auch gleich ein unspektakulärer und stupider Klopper. Aber wie heißt es so schön: Beim zweiten Titel („Born again“) wird alles anders. Und heißa! Was geht denn da ab! QUEEN artige Breaks treffen auf LYNYRD SKYNYRD Gitarren. Und über dem Ganzen schwebt auch noch eine GUNS ´N ROSES Aura. Das macht Spaß, schöne Überraschung. Und das Niveau wird gehalten und manchmal sogar noch getoppt. „Satisfied“ ist eine tolle Mid-Tempo Ballade, die an die guten Seiten der STONE TEMPLE PILOTS erinnert. Lange nicht mehr so gut abgehangenen Ami-Alternative-Rock gehört. Der nächste Song „Need a drink“ ist ein trockener High-Energy-Stampfer. So würde ELVIS klingen, würde er heute in einer Rock-Band spielen. „Savior“ ist ein richtiger Hit mit toller Lead-Gitarre, ein Song der Generationen vereint (die gute alte Kuhglocke rockt immer wieder). Bei „Be with you“ kommt sogar noch ein THE HIVES Riff zum Einsatz, während „One bad Day“ wie ein Bastard zwischen MOTLEY CRUE und SYSTEM OF A DOWN daher kommt. Bei „Paranoid“ gucken DISTURBED dann auch noch mal um die Ecke. Da das alles auch noch ohne viel Schnickschnack schön trocken produziert worden ist, kommen die Songs sehr gut zur Geltung. Dadurch wird deutlich: Hier sind doch tatsächlich gute Songschreiber am Werke. Wer hätte das gedacht?

Wer also über das leicht angeprollte Auftreten hinwegsehen kann und ein Faible für die verschiedenen Seiten amerikanischer Rockmusik hat, wird mit einer richtig guten Platte belohnt. Ich werde die CD jedenfalls nicht so schnell in die dunkleren Ecken meiner Sammlung verbannen.

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