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BOLLMER - s/t

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Artist BOLLMER
Title s/t
Homepage BOLLMER
Label ELECTROLA
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Hm, was hat es wohl mit dem zweiten “L” auf sich? Zumindest gehe ich davon aus, dass sich der Bandname BOLLMER auf den Namen von Peter Bolmer bezieht. Der war seinerzeit Sänger, Bassist und Gitarrist bei EL*KE und dass die Kapelle so hieß wie sie hieß, lag an dem Auto, mit dem die Bandmitglieder von Haren im Emsland in die neue Wahlheimat Berlin gefahren sind und das eben genau diese Buchstabenkombination hatte. EL*KE ist inzwischen leider seit ein paar Jahren Geschichte und Martin „Mücke“ Krüssel, Hubert „Hubi“ Deters sowie Peter Bolmer haben sich musikalisch neu orientiert.

Im Falle des letztgenannten ist es die Solo-Karriere, die jetzt mit dem Debüt „Bollmer“ ihren vorläufigen Höhepunkt erlebt. Dass der Wohnort immer noch an der Spree ist, ließ bereits die Vorab-Single „Berlin“ vermuten. Mit viel eingängigem Schwung singt der Mann, der bereits seit 15 Jahren in der Hauptstadt wohnt, für die Berliner, die erst noch nach Berlin ziehen. Nach eigenem Bekunden ist er selbst übrigens erst in den letzten drei Jahren so richtig in der Metropole angekommen. Stilistisch ist der heute 37-jährige im Vergleich zu den alten EL*KE-Platten etwas ruhiger geworden; es steckt eindeutig mehr Pop als dies in der Vergangenheit der Fall war in den Songs. Dazu passt dann auch, dass er vor Kurzem im fast heimischen Nordhorn UNHEILIG supporten durfte. Nun gibt es im BOLLMER-SOUND aber immer noch ein wuchtiges Grundgerüst aus Gitarren, Drums und Bass, doch das Ganze klingt wie beim Opener „Endlos weit“ eindeutig massenkompatibler als man es von EL*KE kannte. So wird „Schöne Welt“ auch weniger die alten Fans ansprechen, sondern das UNHEILIG-Klientel zum Arme schwenken bringen. Löst man sich allerdings von der Vergangenheit, erwartet den geneigten Hörer durchaus knackiges Material. Etwa das treibende „Verlassen“ oder das temporeiche „Flieg mit mir“. „Miranda“ bringt beschwingt die Saiten zum Glühen, bevor das nachdenkliche „Mit Liebe irgendwo“ leisere Töne anschlägt und das „Déjà-vu“ entspannt groovt. „Alles klar“ heißt es im Anschluss mit viel Druck, ehe „Es wird hell“ und „Fremdes Land“ in Bein und Ohr gehen. Bleibt noch der Song „Unendlich“ – bei dem EL*KE-Kollege Hubi die Felle bearbeitet. Es scheint ganz so, als seien Grenzen nicht Peters Ding, insbesondere wenn man noch einmal auf den Anfang zurückschaut, der mit „Endlos weit“ betitelt ist.

Somit ist gleichzeitig auch ein Bogen zum Start der Platte geschlagen und zweifellos darf der Solo-Erstling als gelungen betrachtet werden. Man sollte sich allerdings tunlichst davon verabschieden, BOLLMER mit EL*KE vergleichen zu wollen. Das funktioniert nicht und man sollte einem Musiker auch zugestehen, sich im Laufe der Zeit – insbesondere wenn er mit neuen Mitstreitern arbeite – zu verändern. Und das mit dem Doppel-L klären wir noch bei Gelegenheit…

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