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BORKNAGAR - Epic

VN:F [1.9.22_1171]
Artist BORKNAGAR
Title Epic
Homepage BORKNAGAR
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (1 Bewertungen)

BORKNAGAR zählt ohne Zweifel zu den innovativsten und technisch begabtesten norwegischen Bands, und das schon seit vielen Jahren. Mag man es nun Post Black, Avantgarde, Viking oder Art Metal nennen, die Musik überzeugt als vielschichtiges Konglomerat diverser extremer Stile. Mit dem sechsten Album – passender weise „Epic“ getauft – kehrt man 2004 auf die Bühne des Lebens zurück, natürlich wieder beim „Stammlabel“ Century Media. Dabei hatte Mastermind Oystein G. Brun im Vorfeld mit Line Up-Problemen zu kämpfen, wie eigentlich immer in den letzten knapp 10 Jahren. Gitarrist Jens F. Ryland und auch der in Szenekreisen bekannte Bassist Tyr kehrten dem Konsortium den Rücken, so musste Drum-Wiz Asgeir Mickelson zusätzlich den Bass übernehmen, das äußerst mysteriöse Cover stammt auch von ihm. Daneben komplettieren Keyboarder Lars A. Nedland (ebenfalls SOLEFALD) und der Sänger VINTERSORG das Bandgefüge, letzterer gab ja auf dem Vorgänger „Empiricism“ sein Debüt.

Und dieses war nicht vollkommen unumstritten, da sich manch einer erst an die ungewohnte Klangfarbe gewöhnen musste. Am Ende kam zwar nicht das beste BORKNAGAR-Album heraus, vielleicht eins des Umbruchs, aber es war dennoch meilenweit davon entfernt, mittelmäßig zu sein. Mein persönliches Highlight wird wohl auf alle Tage „Quintessence“ bleiben (interessanterweise gibt es heuer einen Track mit diesem Namen!), dennoch kann mich auch „Epic“ nach mehreren Hördurchgängen wieder in seinen Bann ziehen. Denn DAS ist typisch für die Norweger, beim ersten/ zweiten Durchlauf bleibt vieles noch nicht hängen, wirkt etwas wirr und konzeptlos. Später lösen sich fast all diese Probleme in Wohlgefallen auf und man beginnt die komplexen Strukturen zu genießen. Zunächst fällt besonders der „warme“ Klang des Albums auf, der in Verbindung mit der sehr intensiv eingesetzten Hammond Orgel (bzw. deren Synthie-Äquivalent) ein gewisses 70er Jahre Flair beschwört, quasi PINK FLOYD im Black Metal-Kontext. Gleich der Opener „Future Reminiscence“ vereint alle Qualitäten eines typischen BORKNAGAR-Songs: Die zunächst verbreitete Black Metal Aggression schlägt später in einen akustischen Teil mit erhabenem Cleangesang um. Und das freut mich besonders, es wird stimmlich weiterhin ordentlich gekreischt. Gerade diese Gegensätze erzeugen eine majestätische Atmosphäre. In dieselbe Kerbe haut auch „Sealed Chambers…“, ein Stück, welches zu Beginn mit erhabenen Viking Parts (man beachte das Drumming zu Beginn) begeistert, schließlich aber sehr lieblich und „flötig“ endet. Die Flöte spielt im übrigen ebenfalls eine nicht unbedeutende Nebenrolle über die gesamte Albumlänge. Bei „The Inner Ocean…“ erzeugt man gar eine jazzige Bar-Lounge-Stimmung, die keineswegs deplaziert wirkt.

Klassenziel erreicht: Vintersorgs Stimme wurde dieses mal wesentlich organischer eingebunden, aggressive und bombastische Parts halten sich die Waage und mit der weiteren Hinwendung zu 70er Jahre Sounds erfüllt man sich sicher persönliche Neigungen. Gehört zu den besten drei Outputs der Norweger!

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