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BOSSE - Taxi

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Artist BOSSE
Title Taxi
Homepage BOSSE
Label FUEGO
Leserbewertung
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5.5/10 (15 Bewertungen)

„In deiner Stadt leben über 3 Millionen und du bist heute Nacht unterwegs. Um zu schauen, ob unter diesen 3 Millionen jemand ist, der dich versteht“… wer so schön textet, kann kein schlechter Mensch sein. Und Axel Bosse ist ganz sicher ein Netter. Ein wenig melancholisch, ein wenig grüblerisch, aber noch lange kein Zyniker. Das „Prinzip Hoffnung des Großstadtneurotikers“ und hier ist definitiv nicht Braunschweig gemeint.

Nach den Jahren bei der EMI nun also eine Art Neuanfang auf kleinem, intimem Label. So schreibt der Kritiker gerne, wenn eine Abkehr von den „bösen“ Majors erfolgt ist. Doch am Ende zählt nur die Musik und die ist, wenngleich etwas softer, ungemein intensiv ausgefallen. Gegenwartsbeobachtungen über eine sich selbst zerfleischende Gesellschaft, die Sehnsucht des Individuums nach einem kleinen Platz an der Sonne. Wenigstens hin und wieder. „Gegen Murphy“ bringt die Ideologie von BOSSE bestens auf einen Punkt. Nicht der Zufall lenkt uns, wir können selbst bestimmen und kleine Siege einfahren. Alles eine Frage des Betrachtungswinkels. Musikalisch eine Mischung aus Deutsch Pop und Rock, die wesentlich besser klingt, als es diese Genrebezeichnungen befürchten lassen. Manchmal zart schmelzend, dann wieder treibend (das stark an FOTOS erinnernde „Tanz mit mir“, das bittersüß verführende „All die Dinge“). Aber das Glanzstück ist und bleibt die Vorabsingle, siehe Textauszug oben, die Hymne der einsamen Herzen, mit einer nur hastig weggewischten Träne im Augenwinkel. Zwischen der Intellektualität eines PETER LICHTs („Vereinfachen“ könnte auch vom Wahlkölner stammen) und den üblichen Verdächtigen in den Charts ist noch Platz für eine perfekte Synthese aus Leichtigkeit und Anspruch.

Kompakte 40 Minuten für Indie UND Mainstreampublikum, bestens erprobt im Vorprogramm von MADSEN (Sebastian hat auch einen Gastauftritt), wo die weitestgehend unbekannten Titel bereits ordentlich abgefeiert wurden. Neben dem Opener begeistert insbesondere der Mittelteil, doch viel Leerlauf hat dieses „Taxi“ über die gesamte Fahrzeit nicht zu „bieten“. Lediglich der These „Liebe ist kein Rock n Roll, Liebe ist leise“ möchte ich doch energisch die Stirn bieten. Das eine geht nicht ohne das andere…

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