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BRANT BJORK - Local Angel

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Artist BRANT BJORK
Title Local Angel
Homepage BRANT BJORK
Label DUNA RECORDS
Leserbewertung
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Noch ein einziges Album. Dann wird man in Plattenbesprechungen nicht mehr erwähnen müssen, dass BRANT BJORK früher bei KYUSS mitgespielt hat, wird ihn in Interviews nicht mehr nach Anekdoten oder „wilden Geschichten“ befragen müssen. Denn mit seiner ruhmreichen und noch immer Wellen werfenden Vergangenheit haben der Mann und sein Schaffen nichts mehr zu schaffen.

Dabei ist „Local Angel“ weder Dementi noch überdrüssige Abkehr. Vielmehr ein sanfter Neuanfang und sorgfältiges Austarieren – Für sein eigenes Duna Records spielt BJORK das Labormäuschen, bevor man fremde Künstler unter Vertrag nimmt. Und es scheint ihm gut dabei zu gehen. Aus dem ungestümen Rocker wurde ein immer noch verdammt cooler Alt-Hippie, bei dem die Bong zwar im Wohnzimmer steht, aber mehr aus dekorativen Gründen. Der Plattenschrank bietet die RAMONES und alten Jazz an – Vorhang auf für das BRANT BJORK Trio. Denn mehr als Gitarre, Bass und Stimme treten in vielen der zwölf Songs gar nicht auf. Alltägliche Szenen bilden den Startpunkt für augenscheinlich unspektakuläre Songs. „Chico“ zum Beispiel wird mit den Worten „I feel high, cos my boss just fired me“ eingeleitet. Danach entspannt sich der Erzähler erst mal auf dem Sofa, kramt die Nummer des hübschen Mädchens raus und macht am Abend mächtig einen drauf. Wohlgemerkt: Ausschließlich im Text, denn die Musik bleibt locker und lässig. Nur gelegentlich wird es sexy und schwül: „Bliss Ave“ geht fast schon als Funk durch, heiß und dampfend, minimalistisch und hypnotisch. Als Sommeralbum ist dies ein gelungener Gegenentwurf zu den BRANDED WOMEN. Wehte aus Helsinki ein kühler Wind zur Erfrischung, „Local Angel“ amt die Hitze geradezu nach. Alles wird langsamer, unschärfer, weniger dringlich. So tut es auch gar nichts zur Sache, dass nicht auszumachen ist, worin bloß das Neue der Neuinterpretation von „Hey Joe“ besteht. Sie irritiert nicht, stört nicht, passt. Irgendwann wird in die Hände geklatscht, die Sweet-Home-Alabama.Gitarre rausgekramt und ein mäanderndes, doch nicht ausuferndes, Solo hingelegt. Die Kehle wird trocken, man schließt die Augen und träumt von Eistee.

Mit ziemlicher Sicherheit verkauft der gute BRANT auf Tour mehr Alben als sein Kumpel Nick. Denn diese Stücke sind für die Kneipe geradezu wie geschaffen, unsentimental und dabei trotzdem von melodischer Gewalt. Man darf das neue Kapitel getrost aufschlagen.

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