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BRAVE BLACK SEA - Fragments

VN:F [1.9.22_1171]
Artist BRAVE BLACK SEA
Title Fragments
Label V2
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (1 Bewertungen)

KYUSS, QUEENS OF THE STONE AGE, SLO BURN und BRANT BJÖRK – das alles sind Stationen, die sich in den Lebensläufen der vier Herren, die sich zur Stoner-Rock-Formation BRAVE BLACK SEA zusammengetan haben, wiederfinden. Da haben wir den Sänger und Gitarristen Damon Garrison, Chris Hale (Lead Guitar & Backing Vocals) und den Drummer Alfredo Hernandez, die Ende der Neunziger bereits bei John Garcias KYUSS-Nachfolger SLO BURN gemeinsam gerockt und für BRAVE BLACK SEA noch den Bassisten Clint Cunningham ins Boot geholt haben. Im heißen Wüstenklima von Palm Springs/ Kalifornien nahmen schließlich die zehn Songs Gestalt an, die jetzt auf dem Langspiel-Debüt „Fragments“ das Licht der Plattenläden erblicken.

Dass die Herrschaften technisch über jeden Zweifel erhaben sind, braucht vermutlich nicht extra erwähnt werden, aber auch in Sachen Songwriting gibt der Silberling eine gute Figur ab. Okay, das Rad erfindet das Quartett auch nicht neu, aber der Opener „Running Again“ eröffnet zweifellos mit solider und wohltönender Stoner-Kost. Die Saiteninstrumente ein wenig tiefer gestimmt, rappelt es ordentlich im Karton und auch der Nachfolger „Abandon Ship“ geht straight nach vorn – bedient sich an dieser Stelle jedoch durchaus grungiger Elemente mit viel Drive. „The Five Visitors“ machen ihre Stippvisite derweil wieder in staubtrockenen Stoner-Gefilden, während „Bandana Republic“ mit einem knackigen Gitarren-Solo und bluesig-groovendem Southern-Rock gefällt. „Silence Is Golden“ ist weit von der propagierten Stille entfernt, lässt es jedoch zumindest etwas ruhiger angehen. Dass deshalb der Druck keineswegs auf der Strecke bleiben muss, stellt das energiegeladene Kleeblatt auch gleich unter Beweis, um dann unvermittelt mit „This Is This“ ins Punk-Fach zu wechseln. Der Cut ist vielleicht ein wenig zu krass ausgefallen, unterstreicht auf der anderen Seite aber auch die Wandlungsfähigkeit der umtriebigen Kapelle, die bestimmt kein „Beginner’s Luck“ mehr braucht. Rotzig geht’s hier zur Sache, bevor das aufgeräumte „Ghosts“ im Seattle-Style nachlegt und sich „The Road“ scheppernd anschließt. Mit dem Titeltrack „Fragments“ offenbaren BRAVE BLACK SEA ihren weichen Kern, wobei die harte Schale nicht in Gänze geknackt wird. Ein schöner Abschluss mit viel Tiefgang und einem gerüttelt Maß an Melancholie.

Die Jungs, die hier am Werke waren, verstehen eindeutig ihr Handwerk und schauen auf „Fragments“ durchaus auch mal über den Tellerrand: Da gesellen sich zum erprobten Stoner-Rock auch frühe Alternative-Sounds, Grunge-Klänge, Oldschool-Punk, Rock’n’Roll und in homöopathischen Dosen auch ein wenig New Wave. In Gänze klingt das absolut rund und nach einer Menge Spielfreude.

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