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BRILLIG - Mirror on the wall

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Artist BRILLIG
Title Mirror on the wall
Homepage BRILLIG
Label BLACK RAIN
Leserbewertung
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Nach der vielversprechenden Vorab-Maxi “The Plagiarist” ist nun das dritte Album des Australischen Trios BRILLIG erschienen. Nicht nur der Bandname, auch die märchenhaft gestaltete Homepage sowie das Booklet scheinen durch Schriftsteller Lewis Carroll („Alice im Wunderland“) inspiriert. Somit auch eine stimmige, nette Idee, einen in Anlehnung an den Albumtitel auf der unteren Seite der in schwarz gehaltenen CD durch einen Spiegelrahmen auf die blanke CD (oder eben in sein Ebenbild) blicken zu lassen.

Die ersten Sekunden von “Finders keepers, losers weepers” und da sind sie: Die schönen alten Dark-Wave-Gitarren, wie wir Altvorderen sie von Ikonen wie JOY DIVISON, die Youngsters spätestens seit SHE WANTS REVENGE lieben. Dazu blubbernde Synthies, Drumcomputer, eine Dame im Background (Elisabeth Reid), die von seelenvoll bis unterkühlt alles drauf hat und nur bei diesem Titel eher im Hintergrund agiert und über allem die stets verzweifelte Stimme von Matt Swayne. Als Dritter mit von der Partie ist Bassist Denni Meredith, der optisch verdammte Ähnlichkeit mit einem unserer Fotographen hat (Sid, Deine zweite Profession? ;-)). Beim weniger düsteren Titeltrack „Mirror on the wall“ erinnert mich der Sound schwer an OMD oder Gary Numan, ansonsten wird alles zitiert, was zwischen Gitarren-Wave und Dark Pop vor 20 Jahre Rang und Namen hatte. Das klingt über weite Strecken recht schwerfällig und old-school, aber nicht zwingend uninteressant. „Truth or dare?“, das Elisabeth und Matt als sehnsuchtsgeschwängertes Duett bestreiten, hätte zwar ein wenig kürzer geraten dürfen, das ebenso lange, hinten angesiedelte „Station high“ jedoch mag man wie ein Hypnotikum genießen. Bei „Revamp“ bedienen sich BRILLIG eher untypisch der Harmonika, was ja gleich irgendwie Western-Assoziationen heraufbeschwört, zusammen mit Retorten-Streichern eine sinistre Mischung. Es geht angefolkt weiter, wird „The Plagiarist“ doch durchs Banjo verstärkt, doch hiermit endet auch gleich wieder ein Hauch von Experiment und „Pretty in the dark“ macht seinem Titel alle Ehre – elegische Tristesse pur. „Empty Hours“ finde ich außer dem genialen Gitarrenpart arg anstrengend und dann kommt’s: Ein Cover eines meiner Alltime-Favourits „In the air tonight“, sorry Matt, aber Memme oder Mann, das Ding wird durch das Rumgeschluchze arg in die Grütze gefahren. Dann lieber „Monster Seas & Swells“, das sich mit Elisabeths Stimme sehr betörend präsentiert und dank fettem Goth-Einschlag auf die Tanzfläche lockt.

Eingerahmt von einem In- und Outro (die musikalisch so recht nicht zum Rest passen wollen) hört man 10 Songs, die den Stempel „Retro“ mit Stolz tragen, denn mehr 80er Reminiszenzen gehen nicht. Ein eher unspektakuläres Album, das man sich bei passender Gemütslage jederzeit gönnen kann. Lediglich Matts sich ständig vor Verzweiflung überschlagende Stimme und ein etwas einfallsloses Drumming halten mich davon ab, hier in allzu große Euphorie zu verfallen.

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