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BROCKEN MOON - Das Märchen vom Schnee

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Artist BROCKEN MOON
Title Das Märchen vom Schnee
Homepage BROCKEN MOON
Label NORTHERN SILENCE
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

„Das Märchen vom Schnee“ – was für ein Name für ein Album. Vielversprechend und vielleicht auch zu viel versprechend hört sich dieser Titel an. Man kann ja auch etwas erwarten, bei einer Band, die schon seit 1999 aktiv ist und bereits eine gute Hand voll Veröffentlichungen vorzuweisen hat. 4 Demos und nun das 2. Album stehen auf der Haben-Seite. Nach dem Release des offiziellen Debüts über das Label Christhunt musste die Band leider etwas spät feststellen, dass man ihr dadurch einen gewissen Stempel (NSBM) aufdrückte. Allerdings wehrt man sich dagegen, denn man habe keine „political message or connections into that scene.“ – und was ihre Texte betrifft, kann ich diese Aussage nur bestätigen.

BROCKEN MOON spielen einen experimentellen harschen Black Metal, der zeitweise mehr verstört als Spaß macht. Während „Part I“ einen wilden Einstieg liefert, später jedoch in reine Akustik abdriftet und einen guten Opener für die Scheibe liefert, verwirrt „Part II“ den Hörer nur noch. Eine seltsame Mischung aus Black Metal, Punk und Metal-Core-Einflüssen wabert aus den Boxen. Dabei hat man manchmal das Gefühl, dass die Musiker nicht alle den gleichen Song spielen und der „Sänger“ eh was ganz anderes vorträgt. Jedoch wirkt das so schräg, dass es scheinbar gewollt ist. „Part III“ wird wieder etwas geradliniger und hämmert gut vor sich hin. Ab dem 4. Stück transformiert das genretypische Keifen immer mehr in ein seltsames, unverständliches Schreien, welches mich mehr an Rabenlaute als an einen vorgetragenen Text erinnert. Auch hier wage ich mal zu behaupten, dass das die Intention der Musiker war. Wilde Tempowechsel gesellen sich ebenso ab Song 4 dazu und versuchen etwas Abwechslung zu bieten. Ein Punkt, der mir persönlich bitter aufstößt, ist die Produktion. Drucklos und fad hämmern die Kompositionen vor sich hin und die Stimme des Sängers geht teilweise im Klangbrei unter.

Eine abschließende Empfehlung mag ich hier nicht geben. Dieses Werk bekommt von mir den Stempel „seltsam“. Es verwirrt mit wilden Songstrukturen und teilweise interessanten Ideen und weist so eine gewisse Faszination auf. Der Klang spricht jedoch ganz klar gegen das „Märchen“. So sollte wohl jeder bei Interesse ganz genau reinhören und sich ein Bild von der Scheibe machen, bevor man vielleicht arg enttäuscht wird.

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