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BROKEN BELLS - s/t

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Artist BROKEN BELLS
Title s/t
Homepage BROKEN BELLS
Label SONY
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Star-Produzent Brian Burton alias DANGER MOUSE, bekannt von diversen Musik-Projekten wie GNARLS BARKLEY („Crazy“), den GORILLAZ oder THE GOOD, THE BAD & THE QUEEN, und sein Band-Kollege James Russell Mercer, Sänger der amerikanischen Indie-Kapelle THE SHINS, machen jetzt als BROKEN BELLS gemeinsame Sache und hauen ihre erste Full Length raus, die ebenfalls auf den Namen „Broken Bells“ hört. Die Herren Mercer und Burton zählen zweifelsohne zu den prägenden Figuren der US-Musikszene der vergangenen Jahre. Mit den SHINS, die bereits 1997 gegründet wurde und ihr erstes Album 2001 beim Kultlabel Sub Pop veröffentlichte, gelang Mercer schließlich 2007 der kommerzielle Durchbruch. Das dritte Longplayer „Wincing The Night Away“ konnte sich sowohl in den US- als auch UK-Charts auf Position zwei platzieren und brachte der Band eine Grammy-Nominierung ein. In den Jahren zuvor hatten die Indie-Popper durch diverse Soundtrack-Beiträge („Scrubs“, „Garden State“, „Spongebob Squarepants“ etc.) ein größeres Publikum auf sich aufmerksam machen können. Derweil geriet Brian Burton erstmals 2004 mit seinem „Grey Album“ in die Schlagzeilen der Musikpresse, für das er unautorisiert BEATLES-Samples mit JAY-Z-Accapella-Rap-Parts kombiniert hatte. Zahlreiche Grammy-Nominierungen, Goldene Platten und Auszeichnungen später nahm ihn das Esquire-Magazin in die Liste der „75 einflussreichsten Menschen des 21. Jahrhunderts“ auf.

Diese beiden Herren haben ihr Talent und ihr handwerklichen Können jetzt also in einen Topf geworfen, die Instrumente gestimmt, noch ein paar Streicher eingeladen und sich munter ans Werk gemacht. Mit „Broken Bells“ wird das umtriebige Duo sicher nicht die Musikwelt revolutionieren, aber immerhin sind zehn durchweg sehr entspannte und perfekte Songs entstanden, die gute Laune verbreiten und zum genaueren Hinhören einladen. Den Anfang macht die Singelauskopplung „The High Road“, die im Midtempo mit viel Melodie und mehrstimmigem Gesang daherkommt. „Vaporize“ gefällt mit DANGER MOUSE an der Vintage-Orgel, während „Your Head Is On Fire“ Flower-Power-Feeling aufkommen lässt, das bei „The Ghost Inside“ von eingängigen Clap-your-hands-Rhyhmen abgelöst wird. Hier sind definitiv zwei Meister ihres Faches unterwegs, die wissen, wie hitverdächtiges Songwriting funktioniert. Entsprechend schließt sich das melancholische „Sailing To Nowhere“ an, das irgendwo in den Sixties zu Hause ist, um bei „Trap Doors“ die Synthesizer im Slow-Motion-Modus für wohlige Gefühle sorgen zu lassen. Mercers leicht verzerrte, dunkle Stimme besorgt den Rest und so setzen BROKEN BELLS ihre emotionale Reise auf „Citizen“ mit einem Himmel voller Geigen und weiblichem Gastgesang fort. „Oktober“ bringt wieder mehr Drive ins Spiel, bleibt jedoch den mehrstimmigen Harmonien und einem melodieverliebtem Chorus treu. Die Anfangssequenzen von „Mongrel Heart“ erinnern angenehm an JOY DIVISION und auch im Folgenden bleibt der Track von knisternder Elektronik dominiert, ehe schließlich elegische Streicher und Chöre das Sagen übernehmen und an einen ENNIO-MORRICONE-Soundtrack denken lassen. Das Finale bestreitet das aufgeräumte „The Mail And Misery“, mit dem Burton & Mercer erneut ihre Fähigkeiten gekonnt unter Beweis stellen.

Im ersten Durchlauf erschließen sich die Qualitäten der einzelnen Songs nur bedingt. Es sind vielmehr kleine Grower, die Brian Burton und James Russell Mercer da geschaffen haben. Übrigens nicht die erste gemeinsame Tat der beiden, die sich 2004 am Rande des Roskilde Festivals kennengelernt haben. Tatsächlich kam es zwischen den beiden Indie-/HipHop-Heavyweights bereits beim (nicht erschienenen) Album „Danger Mouse and Sparklehorse Present: Dark Night of the Soul“ mit dem Stück „Insane Lullaby“ zu einer Kollaboration. Außerdem soll BROKEN BELLS keine Eintagsfliege bleiben, sondern uns zukünftig häufiger mit eingängigem Indie-Rock für Herz und Hirn versorgen.

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