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BROKEN BELLS - After The Disco

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Artist BROKEN BELLS
Title After The Disco
Homepage BROKEN BELLS
Label COLUMBIA
Leserbewertung
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Was fällt mir ein, wenn ich an „After The Disco” denke? Aktionen wie Fahrten ins 120 km entfernte Bremen, nachdem der Osnabrücker Hyde Park um 4.00 Uhr zugemacht hatte und das Aladin im kleinen Stadtstaat noch bis um 7.00 Uhr für musikalische Konservenkost sorgte. Oder frühmorgendliche Frühstücks-Sessions, bei denen der Begriff „9 ½ Wochen für Arme“ geprägt wurde (man bitte seine Tischdame an einem Marmeladenportionsdöschen zu lecken- um es mal dezent auszudrücken). Ob das allerdings die Assoziationen sind, die James Mercer und Brian Burton (aka DANGER MOUSE) beim Titel ihres zweiten BROKEN-BELLS-Album in den Sinn gekommen sind, wage ich zu bezweifeln.

In jedem Fall hat ihr Titeltrack „After The Disco“ jedoch eine ordentliche Portion Disco-Feeling der späten Siebziger am Start. Insbesondere die Falsettgesänge der cool groovenden Single „Holding On For Life“ sorgen alsbald für amtliche BEE-GEES-Vibes, nachdem der Opener „Perfekt World“ gekonnt das Gleichgewicht zwischen synthetischer Melancholie und druckvollen Gitarren ausgelotet hat. „Leave It Alone“ gefällt in reduzierter Klar- und Schönheit, bevor „The Changing Lights“ den bunten Reigen mit verspielten Melodien fortsetzt. In diesem Sinne schließt sich auch das energiegeladene „Control“ an, ehe die Reise ins „Lazy Wonderland“ geht, in dem offenkundig auch die BEATLES zuhause sind. „Medicine“ schmeckt bei Mercer (im Hauptberuf Fronter der Indie-Darlings THE SHINS) und DANGER MOUSE (erfolgreicher Produzent u.a. von GNARLS BARKLEY, den GORILLAZ und BLACK KEYS) keineswegs bitter, sondern angenehm süß ohne jedoch klebrig zu sein. Rhythmusbetont geht’s beim wummernden „No Matter What You’re Told“ zur Sache – gleichwohl ohne in unnötige Hektik zu verfallen und so bleibt auch das cineastische „The Angel And The Fool“ mit seinem Himmel voller Geigen einer gemächlicheren Gangart treu. Im Übrigen gibt es unter dem Songtitel auch bei YouTube auch ein Video über die Entstehung des Albums zu sehen. Bleibt noch der Ausputzer „The Remains of Rock’n’Roll“, der sehr smart der sterblichen Überreste des erwähnten Genres gedenkt.

Da haben die beiden Musik-Heavyweights also ihr Versprechen gehalten und das selbstbetitelte BROKEN-BELLS-Debüt aus 2010 ist keine Eintagsfliege geblieben. Auf „After The Disco“  hechelt das kreative Duo sehr entspannt durch die letzten Jahrzehnte der Pop-Geschichte und stellt zweifellos unter Beweis, dass es sein Handwerk beherrscht. Gleichzeitig ist der Zweitling ein wenig eingängiger ausgefallen als sein Vorgänger, was dankenswerter Weise nicht zu negativ zu bewertenden Schleifspuren geführt hat. Alles easy bei den Jungs, die sich einst backstage beim Roskilde kennengelernt haben!

 

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