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BULLET FOR MY VALENTINE - Fever

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Artist BULLET FOR MY VALENTINE
Title Fever
Homepage BULLET FOR MY VALENTINE
Label SONY
Leserbewertung
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6.3/10 (7 Bewertungen)

So sehr und ständig diese Band auch im Gespräch sein mag, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass diese Veröffentlichung beinahe unberührt an mir vorbeigezogen wäre. Erst kürzlich wurde ich durch Myspace und Co. auf die drei schon veröffentlichten Tracks aufmerksam gemacht, von denen „The Last Fight“ mit dazu gehörigem Videoclip am meisten Aufmerksamkeit auf sich zog. Nun bin ich umso gespannter, in welche Richtung sich BULLET FOR MY VALENTINE mit „Fever“ entwickelt haben mögen. Immerhin war es von dem szenischen „The Poison“ zum stark oldschoolig angehauchten „Scream Aim Fire“ schon ein großer Sprung, der das Fundament der Waliser ordentlich umkrempelte, ihnen aber weiterhin einen großen Erfolg bescherte (über 2 Millionen Tonträger hat man schon verscherbelt!). Und wer die letzte Scheibe bereits als definitiv ansah, der sollte sich irren…

Erste Veränderungen machen sich schon beim eröffnenden „Your Betrayal“, welches zugleich als Lead-Single fungierte, deutlich bemerkbar. Etwas gemach beginnt das Intro, zu den Spannung aufbauenden, abgehackten Gitarrenriffs gesellt sich ein markanter Tapping-Part, der mich sehr, sehr stark an KILLSWITCH ENGAGE erinnert. In Gedanken an das wütende „Her Voice Recides“, welches auf dem Debüt als Opener Verwendung fand, erwarte ich an dieser Stelle einen noch erbarmungslos pushenderen Core-Knüppel, aber stattdessen spielt sich vor meinen Ohren ein beinahe düsteres Wechselspiel aus gehauchten Versen und hymnisch gesungenen Zeilen ab, das in einem verdammt eingängigen Refrain gipfelt. Von einstigen Stimmbandproblemen lässt sich Fronter Matt nichts anmerken, er präsentiert sich stärker als je zuvor! Großes Kino beschert auch der folgende Titeltrack, der zwar mit leicht stumpfen Lyrics daherkommt, aber mit einem überfetten Hardrock-Groove einfach nur Arsch tritt und auch auf feine Melodien nicht spuckt. Ein absolut kompromissloser Partyhit! Auch das erwähnte „The Last Fight“, welches in den lokalen Diskotheken bereits sein Unwesen treibt, dürfte sich da problemlos einreihen, allerdings kommen hier eher straighte, neothrashige Riffs zum Einsatz. Der Gesang wirkt schön rau, ist aber erneut melodisch und catchy. Thematisch scheint sich das Album dabei wieder eher an die „The Poison“-Phase zu orientieren, bei der oftmals zum Düsteren neigenden Stimmung zeichnen sich ebenfalls Parallelen zur ersten Platte ab. Da dürfen auch die obligatorischen (Semi-) Balladen kaum fehlen. Nach eigener Aussage soll man davon keine mehr im Repertoire haben, doch emotionale Stücke wie „A Place Where You Belong“ und „Bittersweet Memories“ können ihre balladeske Seite keineswegs leugnen. Ein Gespür für Melodie haben BFMV eh schon bewiesen, und so haben sich ihre ruhigen Stücke immer mehr vom Emo-Standard entfernt, so dass sie mittlerweile sehr standfest und kraftvoll klingen. Bereits auf dem Vorgänger war das zu spüren, nun findet man es in noch intensiverer Form vor. Natürlich kann trotz all den modernen Verweisen nicht auf die heiß begehrten und exzessiv zelebrierten 80’s verzichtet werden. Knallige MAIDEN-Leads und die präzisen Retro-Soli wie beim oldschooligen „Alone“ sitzen weiterhin exakt! Das Gitarren-Duo Tuck/ Padge harmoniert unterdessen astrein, dem löblichen MACHINE HEAD-Doppelpack steht man da in nichts mehr nach. Moderner/ amerikanischer wird es, ähnlich wie schon zu Beginn, wieder zum Ende er Scheibe hin. Das zuvor durch Twittern downloadbare „Begging For Mercy“ knallt da ebenso zünftig wie das Finale, das mit „Pretty On The Outside“ nicht nur corig, sondern mit einem starken Matt sowie zerreißenden Shouts die Platte brachial, emotional und auf höchstem Niveau abschließt.

„Fever“ ist – versehen mit alten und neuen Elementen – somit nicht nur ein facetten- und abwechslungsreiches, sondern vor allem ein sehr ausdrucksstarkes Album, für mich zudem das beste der gesamten Bandhistorie. BULLET FOR MY VALENTINE haben sich mit den elf hochwertigen Songs abermals übertroffen, indem sie das Beste aus beiden Vorgängern zusammen mit erbarmungslos rockigen Grooves und amerikanischer Härte in den Schmelztiegel geworfen haben. Die nächste Erfolgswelle scheint vorprogrammiert, dafür spielen die Jungs sogar ein paar Shows in Deutschland. Die als peinlich und pubertär abgestempelten und belächelten Teenie-Stars haben sich zu einer der wichtigsten Szene-Institutionen der aktuellen Stunde gemausert – wären sie keine Briten, ich würde es „American Dream“ nennen… von mir gibt’s dafür eine absolute Kaufempfehlung!

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