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BUNTSPECHT - Draußen im Kopf

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Artist BUNTSPECHT
Title Draußen im Kopf
Homepage BUNTSPECHT
Label PHAT PENGUIN RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Keine Ahnung, welche Umstände dazu geführt haben, dass sich Florentin Scheicher (Melodica & Trompete), Florian Rhöthel (Percussion & Schlagzeug), Jakob Lang (Kontrabass, E-Bass), Lukas Chytka (Cello), Lukas Klein (Gesang, Klavier & Gitarre) und Roman Geßler (Saxophon & Querflöte) aus Wien, den Namen BUNTSPECHT gegeben haben. Der Piepmatz ist zumindest ein ziemlicher Allerwelts-Vogel, was man von dem Ösi-Sextett nicht unbedingt sagen kann.

Musikalisch lassen sich BUNTSPECHT kaum festlegen: irgendwas zwischen Gypsy Swing, Bossa Nova, Wiener Schmäh und Folk zelebrieren die sechs Herrschaften da auf ihrem zweiten Album „Draußen im Kopf“. Auffallend ist gleich einmal Lukas‘ androgyner Gesang, der den verqueren Opener „Parallel“ begleitet und mit dem es in so etwas wie ein musikalisches Paralleluniversum geht, in dem alles erlaubt ist. Tiefergestimmte Bässe („Wir“) ebenso wie sehnsuchtsvolle Pianoakkorde („Unter den Masken“) und konzentriertes Gitarrengezupfe („Der Mann von nebenan“). Da bittet die Kapelle zum „Waschmaschinentango“ und berichtet im vielfältig instrumentierten „Der Bua“ von den Schwierigkeiten der Kontaktaufnahme zwischen Mann und Frau, bevor sie mit großem Besteck „Guten Tag“ sagt und sich als „Trümmerträumer“ outet. Leise schließt sich „Kind“ an – allerdings nur für den ersten Moment, dann darf getanzt werden und auch der „Rotweinmund“ lässt es nicht am nötigen Rhythmus fehlen. „Schlaf“ braucht es im Folgenden, ein Schlaflied ist die muntere Nummer jedoch keineswegs, da ließe sich schon eher beim sachte wiegenden „Nabelschnur“ in Orpheus Armen ruhen.

In Gänze betrachtet ist „Draußen im Kopf“ so etwas wie eine bunte Revue und BUNTSPECHT ein spätes Geschöpf der Goldenen Zwanziger. Der Sechser macht atmosphärische Soundtracks für Filme, die es (noch) nicht gibt, schreibt Kinderlieder für Erwachsene und scheut auch keine orchestralen Balladen. Zwischen Ekstase und Melancholie ist alles möglich, traumwandlerisch bewegen sich BUNTSPECHT zwischen den Welten. Alles darf. Alles soll. Alles muss!

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