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BURST - Lazarus Bird

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Artist BURST
Title Lazarus Bird
Homepage BURST
Label RELAPSE RECORDS
Leserbewertung
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Die Schweden BURST melden sich nach „Origo“ und „Prey on life“ (welche man auch via „Garden of Exile“ als gemeinsames Doppel-LP-Package bekommen kann. Sehr zu empfehlen!) bedeutungsschwanger zurück…

Wie Lazarus einst wieder auferstand, so kehren BURST nach ihrer dreijährigen Pause wieder auf die musikalische Bildfläche zurück (Das „Phoenix-aus-der-Asche-Gleichnis“ war den Herrschaften wahrscheinlich zu sehr abgenutzt, auch wenn NICK CAVE vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls den armen Lazarus graben ließ…). Trotzdem strahlt das sehr gelungene Cover nicht gerade Optimismus und Lebensfreude aus, sondern lässt Erinnerungen an Edgar Allan Poe und Nostradamus wach werden… Man merkt, hier ist eine vielschichtige Band am Werke und diese Ambivalenz wird musikalisch kongenial umgesetzt! BURST haben sich mit „Lazarus Bird“ endgültig von ihren Core-Metal-Wurzeln emanzipiert und einen ähnlichen musikalischen Weg eingeschlagen wie ihre Metal-Blade-Buddies von THE OCEAN (mit denen sie 2005 auf einer sehr limitierten 7inch gemeinsam lärmten). Dies bedeutet: Vielschichtige Arrangements, acht Songs in 60 Minuten, ein Album als durchgängiges Erlebnis, bei denen die Übergänge fließend sind (da stört noch nicht mal die Promo-Un-CD von Relapse, die die Songs wieder einmal in 96 Tracks zerstückelt… Bedeutet aber wiederum, dass die Songs nicht beim Namen genannt werden können. Danke Relapse!).

Hauptinspiration der Göteborger waren sicherlich die großen Namen des Siebziger-Prog-Rocks: KING CRIMSON („In the court of the crimson king!“), PINK FLOYD (teilweise erinnern einzelne Teile des Albums stark an „Welcome to the Machine“), ja sogar Anklänge an RUSH werden durch die eingewebten melodischen Gesangs-Parts wach. Auch BLACK SABBATH zu ihrer „Technical Ecstasy“ –Phase kann man durchaus heraushören. Minutenlange elegische Instrumentals, die jedem Neo-Western zur Ehre gereichen würden, lassen sich auf den liebevoll ausgearbeiteten Songs ebenso finden, wie ein Frickel-Free-Jazz-Part mit Saxophone-Einsatz! Dabei artet das Ganze aber nie in stressigen Math-Core aus, sondern bleibt in relativ straighten Gefilden, eben wie von den großen Vorbildern vorgelebt. Zeitgenössische Sounds lassen sich höchstens in kleinen Dosen OPETH, MASTODON (mit denen BURST auf Tour waren) und THE CANCER CONSPIRACY (und wie schon erwähnt THE OCEAN) finden, aber da diese Bands auch gerne die Siebziger zitieren, klingt alles weiterhin wie aus einem Guss. Linus Jagerskog bietet einen variantenreichen Gesang (unterstützt vom Gitarristen Robert Reinholdz und Bassisten Jesper Liverod), Drummer Patrik Hultin zeigt sich von seiner allerbesten Seite und spielt prägnant, präzise, variantenreich und unter großen Becken-Einsatz (welche auf modernen Metal-Alben kaum noch zu vernehmen sind…) und katapultiert sich damit in die erste Liga der Schlagwerker.

Ein typisches Album, dessen wahre Größe man erst nach einigen Monaten richtig bestimmen kann… aber für den Moment kann mit Sicherheit gesagt werden, dass BURST mit „Lazarus Bird“ ihre Reifeprüfung abgelegt und uns ein Album geschenkt haben, dass über lange Zeit begeistern wird und einen schon beim ersten Hören in seinen Bann zieht! Hier gehen wahre Musiker mit Leidenschaft und Herz zu Werke, die sich nicht mit dem Durchschnitt zufrieden geben. Kaufen!

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