Band Filter

BURY ME DEEP - Nearly Down

VN:F [1.9.22_1171]
Artist BURY ME DEEP
Title Nearly Down
Homepage BURY ME DEEP
Label SILVERDUST
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.3/10 (9 Bewertungen)

Dass BURY ME DEEP sich sehr wohl in der Nähe der SISTERS OF MERCY fühlen, geht vermutlich jedem auf, der die Discografie der barmherzigen Schwestern kennt. Düstermann Andrew Eldritch hat nämlich mal einen Song gleichen Namens gemacht, ansonsten werden die Parallelen spätestens dann klar, wenn Fronter und Gitarrist Michelle Darkness (END OF GREEN) das erste Mal seine Stimme erhebt. Der Herr verfügt zweifellos über genau das dunkle Timbre, das die düster-melancholischen Songs benötigen.

Da verwundert es wenig, dass gleich beim Opener „Cobalt Blue Light“ Assoziationen zu den SISTERS aufkommen und auch die kommenden zwölf Lieder entscheidend von Michelles abwechslungsreichen Vocals beherrscht werden. So präsentiert Mr. Darkness das druckvolle „Dead People Walking“ mit einer gewissen Aggressivität in der Stimme, wie man sie auch von 69-EYES-Vorsteher Jyrki 69 kennt, während „Burn My Soul“ Rock- und Pop-Elemente gekonnt mit rauem Gesang verbindet. Träge, aber nicht langweilig scheppert derweil „2 Circles (Whitout An End)“ aus den Boxen, bevor „The Pain“ mit hypnotischen Klängen wieder Fahrt aufnimmt. „Vampire’s Empire“ startet mit Slow-Motion-Gitarrengeklimper, um dann zum großen Goth-Rock-Pathos-Schlag auszuholen, der punktgenau ins Schwarze trifft. „Devil’s Daughter“, „Drag By Drag“ und „Beside Myself“ halten sich mit bombastischen Gesten eher zurück und setzen stattdessen auf eingängige Melodien mit krachenden Refrains. Diese Art Düstermucke funktioniert mit der richtigen Dosierung der Zutaten eigentlich immer und offensichtlich haben Leshi Love (Gitarre), Pain Pianowski (Bass) und Carl Lost (Drums), die bereits seit Anfang der Neunziger unter der Firmierung FUGE gemeinsam Musik gemacht haben, bis schließlich 1999 Michelle Darkness dazu stieß, ihre Hausaufgaben gemacht. „Like Little Souls“ erinnert an skandinavischen Goth Rock, während das knackige „Mother Mary“ auch früheste Einflüsse durch U2 durchschimmern lässt. Ein Piano begleitet die schwermütigen Saiteninstrumente beim Verzweifelung ausstrahlenden „In Hope of Answers“, dann sorgt das finale „The Angel’s Handshake“ – diesmal unter ausschließlicher zur Hilfenahme eines Klaviers – für einen melancholischen Ausklang der Langrille.

„Nearly Down“ überzeugt auf ganzer Linie mit eingängigen, dunklen Rocknummern, die gelegentlich von poppigen Versatzstücken begleitet werden, manchmal auch wuchtig daherkommen und oftmals hymnischen Melodiebögen mitbringen. Damit sollten BURY ME DEEP nicht nur bei der schwarzen Gemeinde punkten – ich frage mich nur, ob es nicht auch ohne derartige Künstlernamen wie Michelle Darkness und Leshi Love ginge…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BURY ME DEEP