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BUSH - The Sea of Memories

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Artist BUSH
Title The Sea of Memories
Homepage BUSH
Label EAR MUSIC
Leserbewertung
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8.5/10 (4 Bewertungen)

Zehn Jahre haben wir nach dem kommerziell wenig erfolgreichen „Golden State“ auf ein Lebenszeichen aus dem BUSH-Tonstudio warten müssen. Okay, Gavin Rossdale hat 2005 mit seinem Nebenprojekt INSTITUTE eine (zu Unrecht) wenig beachtete Platte namens „Distort Yourself“ rausgebracht und drei Jahre später folgte eine Soloscheibe, die den Titel „Wanderlust“ bekam. Aber bei BUSH herrschte lange Zeit Funkstille und mehr und mehr stellte sich die Frage, ob es die britische Band überhaupt noch gab. Im vergangenen Jahr war dann erstmals von Reunion und einer neuen Langrille die Rede – es sollte zwar noch ein bisschen dauern, aber jetzt ist es tatsächlich soweit: Das fünfte BUSH-Studioalbum „The Sea of Memories“ steht in den Startlöchern!

Doch wie viel BUSH ist bei diesem Silberling noch mit von der Partie? Von den Gründungsmitgliedern sind auf jeden Fall nur noch Rossdale und der Drummer Robin Goodrigde am Start. Den Job am Sechsssaiter übt bereits seit 2002 Chris Traynor aus und für den Stahlsaiter wurde Corey Britz verpflichtet. Musikalisch haben BUSH mit Songs wie „Glycerine“ vom 1994 Debüt „Sixteen Stone“, „Swallowed (zwei Jahre später auf „Razorblade Suitcase“ erschienen) oder auch „The Chemicals Between Us“ vom 1999er „The Science of Things“ zweifellos Meilensteine geschaffen. Immerhin sind über 16 Millionen Tonträger der anfangs als britische Grunge-Kopie verrissenen Kapelle im Laufe der Jahre verkauft worden und mit „The Sea of Memories“ werden sicher noch einige dazukommen, wenngleich die große Offenbarung mit der aktuellen Veröffentlichung ausbleibt. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Longplayer tadellos produziert, aber für meinen Geschmack auch eine Spur zu glatt geraten. BUSH müssen mit einen druckvollen Opener wie „The Mirror of The Signs“ keinesfalls die Konkurrenz fürchten, aber irgendwie hätte ich mehr Ecken und Kanten erwartet. Die Single-Auskopplung „The Sound of Winter“ schafft es jedoch ziemlich schnell, sich in meinen Gehörgängen festzubeißen und Gavins Stimme bringt immer noch diesen bittersüßen Schmelz mit, den ich schon in den Neunzigern zu schätzen wusste, auch wenn er sie bei der Piano-Ballade „All Night Doctors“ eindeutig unter Wert verkauft. Das knackige „All My Life“ hätte vielleicht ein bisschen mehr Liebe zum Detail vertragen, so bleibt der Song auf gutem Ami-Alternative-Rock-Niveau – nicht mehr und nicht weniger. Mit dem flotten „The Afterlife“ lassen sich mit Sicherheit auch bestens volle Stadien begeistern, auch wenn zumindest hierzulande erst einmal die Venues mit einem Fassungsvermögen von rund 2.000 Besuchern angepeilt werden. Hier werden sich wahrscheinlich dann auch eher die Fans der ersten Stunde einfinden, die insbesondere die alten Hits hören wollen, aber auch ein temporeiches „Baby Come Home“ oder das opulente „Red Light“ abfeiern dürften. „She’s A Stallion“ klingt nach am ehesten nach dem BUSH-Sound der Neunziger, wirkt dabei jedoch keineswegs angestaubt. Grundsolide schließen sich „I Believe In You“ und „Stand Up“ an und auch das bassige „The Heart of The Matter“ liefert sauberes Handwerk ab, ehe mit „Be Still My Love“ noch einmal ruhige Töne angeschlagen werden.

Herausragend ist für mich bei BUSH nach wie vor das Organ von Mastermind Gavin Rossdale. Das Songwriting hätte an der einen oder anderen Stelle möglicherweise ein wenig origineller ausfallen dürfen – unter Umständen ist in den vergangenen Jahren bei mir aber auch einfach meine Erwartungshaltung an ein neues BUSH-Album gestiegen. Nichts desto trotz haben die Jungs ein hörenswertes Ergebniseingespielt, das zwar näher an amerikanischen Hörgewohnheiten dran ist als früher, aber eindeutig aus dem musikalischen Einheitsbrei herausragt. Neben der Standard-Version gibt es übrigens noch eine Limited Edition von „The Sea of Memories“, die mit acht unveröffentlichten Songs aufwartet. Darunter Remixe, Akustikversionen, aber auch brandneue Lieder, die exklusiv nur in Europa erhältlich sind.

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