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CADAVERES - Soul of a new Breed

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Artist CADAVERES
Title Soul of a new Breed
Homepage CADAVERES
Label BURNSIDE RECORDS
Leserbewertung
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7.7/10 (10 Bewertungen)

Ungarn ist auf der Metal-Landkarte, wenn man vielleicht einmal von Acts wie EKTOMORF (deren Ex-Gitarrist László Kovács hier die Gitarre bedient) absieht, ein eher unbeflecktes Stückchen Erde. CADAVERES wollen mit ihrem Debüt „Soul of a new breed“ an diesem Umstand ein klein wenig drehen.

Erinnert schon der Plattentitel an die großen Alben der Neunziger, so wird nach dem ersten Anhören klar, dass auch die musikalischen Inspirationen aus diesem Jahrzehnt gezogen werden. Augenfälligstes Merkmal dieser Band ist, dass die Rhythmus-Abteilung mit einem Percussionisten arbeitet. Dadurch klingen die Songs mehr als einmal verdammt nach SEPULTURA anno 1996 zu ihrer „Roots“ Phase. Diese Platte veränderte damals die Metal-Welt wohl wie keine zweite. Ob zum Guten oder zum Schlechten, darüber streiten sich die Gelehrten sicherlich noch heute. „Roots, bloody Roots“ gehörte jedoch auf jeden Fall in jede Playlist aller alternativen Tanzflure. Ob man heute mit so einem Sound noch jemanden zu begeistern weiß, lasse ich aber einmal dahin gestellt sein. Hört man sich auf jeden Fall einmal einen Song wie „Drop of Humaneness“ an, kann man die Parallelen einfach nicht überhören. Natürlich fällt einem noch eine weitere Band ein, die in den letzten Jahren ebenfalls mit diesem Stilelement gearbeitet hat: SLIPKNOT. So wird auch deren Einfluss in den verschiedenen Groove-Parts mehr als deutlich. CADAVERES aber lediglich als Nachahmer hinzustellen, würde der Band nicht gerecht werden, denn Songs wie „Seventh Heaven“ oder „Tenacity“ sind richtige kleine Hits, die mit schönen Gesangsmelodien glänzen und den Zuhörer unwillkürlich zum Kopfnicker lassen werden. Auch ein Titel wie „Elixir“, bei dem EXTOMORF Frontmann Zoltán Farkas ein Gastspiel hat, kann sicherlich auch heute noch Crossover-Begeisterte in den Bann ziehen. Dazu passt sicherlich auch, dass es als Bonus-Track noch einen „Urban Dance Mix“ von „Seventh Heaven“ gibt, welcher wiederum dermaßen nach den Remix-fanatischen Neunzigern klingt (und insbesondere den Elektro Exkursionen von FEAR FACTORY), dass man meint, in den letzten Jahren hätte es keine musikalischen Veränderungen gegeben. „Atrophy of the dead“ schmeißt dann auch gleich noch gerappte Strophen in den Ring, um den Sack auch in dieser Hinsicht zu zumachen.

Wer also immer noch Bedarf nach groove-orientiertem Metal mit Tribal-Drums im leichten Crossover-Mix inklusiver Neunziger Jahre Vollbedienung hat, wird hier sicherlich glücklich werden. Vor allem da hier durchaus auf internationalem Niveau musiziert wird und sich die Band auch soundtechnisch keinerlei Blößen gibt. Ich würde mir für die Zukunft jedoch ein bisschen mehr Eigenständigkeit wünschen. Trotzdem sympathische Truppe.

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