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CAFÉ TÜRK - Doğu Ekspresi

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Artist CAFÉ TÜRK
Title Doğu Ekspresi
Homepage CAFÉ TÜRK
Label SOUND CONCEPT RECORDS
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Die Wurzeln von CAFÉ TÜRK liegen bereits im Jahr 1983; damals stieg ein 25-jährigen Mann mit Schnauz und lockigem Vokohila in Zürich in ein Flugzeug nach Istanbul, wo er mit „Haydi Yallah“ den ersten türkischen Rap-Song etablieren wollte. Um seine Musik zu promoten ist er später sogar 2.500 km zu Fuß von der Schweiz bis nach Istanbul gelaufen. Wirklich genutzt hat es nicht, denn die damalige Militärregierung hatte die Musik von Metin Demiral als degeneriert eingestuft und einer strengen Zensur unterzogen. Trotzdem wurde CAFÈ TÜRK 1984 zur besten türkischen Nachwuchsband Europas gewählt – zu einem Zeitpunkt, als es eigentlich noch gar keine Band, sondern nur Metin und seinen Kumpel Stefan „Bittel“ Bittlinger gab. Eine Kapelle wurde zusammengetrommelt, eine Platte („Pizza Funghi“) aufgenommen und bis 1990 fast 200 Konzerte in der Schweiz, Österreich und Deutschland gespielt. Irgendwann wurden die Bandmitglieder jedoch größenwahnsinnig, verpassten Auftritte, hatten keine Lust mehr auf Studioarbeit und so wurde CAFÉ TÜRK 1990 ad acta gelegt.

2019 sorgte eine Mail der Londoner Plattenfirma Zel Zele für eine Wiederbelebung von CAFÈ TÜRK, denn Demiral soll einen Track zur nächsten Label-Compilation beisteuern. Es galt also altes Archivmaterial zu sichten, das sich allerdings in keinem guten Zustand befand, aber – man glaubt es kaum – in Mutterns altem Dörrautomat – gerettet werden konnte. Eine zusätzliche Stromleitung musste ebenfalls verlegt werden, denn das Achtziger-Jahre-Studiomischpult Amek TAC Matchless 26, das am Tag vor der coronabedingten Grenzschließung aus Fulda in die Schweiz gekarrt wurde, zog wohl einfach zu viel Strom. Am Ende erschien CAFÉ TÜRK auf der besagten Compilation und 2022 das Album „Live in Neunkirch 1990“, dem jetzt „Dogu Ekpresi“ als Gruß aus dem Studio folgt.

Der „Doğu Ekpresi“ ist ein legendärer Zug, der zwischen Ankara und Kars, der östlichen Stadt Anatoliens an der türkisch-armenischen Grenze verkehrt. 26 Stunden dauert die Reise über 1001 Meilen und die musikalische Entsprechung soll sich auf der neuen Platte befinden. Nun bin ich weder der türkischen Sprache mächtig, noch keine ich Land und Leute, doch wer orientalisch angehauchte World Music mag, wird zweifellos Gefallen an CAFÉ TÜRK und „Doğu Ekpresi“ finden. Der Opener „Çakmak“ klingt wie direkt auch den Eighties importiert, während das nachfolgende „Elele“ rockiger daherkommt und das instrumentale „Çöl“ in eine Jazz-Lounge bittet. Das rhythmusbetonte „Sarkos“ bringt ein wenig Folklore ins Spiel und „Çüs De“ könnte als Soundtrack für einen türkischen Spionage-Thriller dienen, wohingegen „Ayla“ an die türkische Riviera entführt und „Akan Sular“ schwermütige Melodien feilbietet. „Leylim* 84 vs. 24“ ist ein weiteres Instrumental, das vermutlich seine Wurzeln im Jahr 1984 hat und 2024 neu interpretiert wurde. Bleibt noch „Yasar“, das ebenfalls auf Gesang verzichtet und mitsamt Gebläse in einen Orient-Jazztempel einlädt. Hätte man mir allerdings gesagt, dass die Band DOĞU EKPRESI und das Album „Café Türk“ heißt, wäre das für mich auch absolut schlüssig gewesen, denn als Hintergrundmusik in einem solchen Etablissement könnte ich mit den 30-minütigen Longplayer ebenfalls gut vorstellen.

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