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CALABRESE - The Traveling Vampire Show

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Artist CALABRESE
Title The Traveling Vampire Show
Homepage CALABRESE
Label ABSTRACT SOUNDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Der Sampler „This Is Horrorpunk!“ aus dem Hause FiendForce war wie die namentlich verwandte „This Is Electronic Body Music“-Compilation die Initialzündung und gab einer ganzen musikalischen Strömung ihren Namen. Wie auch EBM ist der Begriff Horrorpunk sehr vage und subsumiert Spielarten, deren Herkunft nicht unterschiedlicher sein könnte. Psychobilly wie MAD SIN, düsterer Glampunk im Fahrwasser von THE DAMNED oder trashiger Death Rock á la 45 GRAVE sind nur wenige Eckpunkte, mit denen man versuchen könnte, Horrorpunk zu veranschaulichen. Angesichts des oben genannten Samplers steht aber für ein Gros der Projekte vor allem eine Band im Mittelpunkt ihrer Inspiration: Die MISFITS. Zumindest jene MISFITS, mit denen Glenn Danzig (ja, DER Danzig) oder später Michael Graves für Aufsehen sorgten und deren Outfit und Musik auch für heute bekannte Gruppen wie BALZAC oder THE OTHER stilprägend waren.

Die reisende Vampiraufführung („The Traveling Vampire Show“), das neueste Album von CALABRESE, beruft sich musikalisch ebenso auf die Vorreiter des Horrorpunk, mischt dazu noch ein wenig AFI und rockt sich gemütlich durch den zwölf Stücke umspannenden Longplayer. Zwar mögen sich die drei Herren von CALABRESE selber als „The GREATEST Horrorpunk Band Ever“ (Myspace-Seite) verstanden wissen, doch kann beruhigt gesagt werden, dass sie das nun definitiv nicht sind. „The Traveling Vampire Show“ ist handwerklich gut gemachter Rock ’n’ Roll mit härteren, straighten Punk-Einwürfen, aber die oft sehr dünn wirkende Stimme hemmt den aufgebauten Druck zu sehr, um in die offensichtlich erwartete Pogo-Laune zu kommen. Vielleicht ist ja die Kopfnackenwurst (dt. für „Calabrese“) einfach im Weg und versperrt dem kleinen Figaro in den Sängern Jimmy und Bobby Calabrese den Weg an die Oberfläche. Die sonstigen Horrorpunk-Klischees sind weitreichend erfüllt, „Darkness“ und so einiges an nicht mehr ganz lebendigem Ungetier wird einem um die Ohren geworfen und das Comic-Artwork fährt auch auf dieser Linie in einem schönen Stil mit. Dafür Bravo.

CALABRESE sind nett, aber wer sich selbst derart wichtig nimmt, sollte erst einmal der Musik Priorität vor dem Pflegen des Rockstar-Images geben. Das Rezept „Rockstar-Hausmacherart á la CALABRESE“ ist also nur für Menschen mit Liebe zu sehr bodenständiger Kost zu empfehlen.

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