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CALEXICO - Carried To Dust

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Artist CALEXICO
Title Carried To Dust
Homepage CALEXICO
Label CITY SLANG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.6/10 (5 Bewertungen)

Es war mir eine besondere Freunde, CALEXICO beim diesjährigen Hurricane zu sehen und vor allem zu hören. Dass es ausgerechnet beim Auftritt dieser Band aus Tucson/ Texas zu regnen begann, mag eine Ironie des Schicksals gewesen sein. Dieser Umstand tat der gelungenen Darbietung ihres Wüsten-Rocks aber keinen Abbruch und um so mehr freue ich mich, dass sich jetzt die fünfte Studio-Langrille des Sextetts um die beiden Bandbegründer Joey Burns und John Convertino in meinem CD-Player dreht. Bereits seit 1996 stehen CALEXICO für einen Mix aus mexikanischem Mariachi, Folk- und Country-Rock, Mood Music, Latin-Jazz und Desert- und Gringo-Rock. Mittlerweile firmiert der Stil auch als „Tuscon-Desert-Rock“ und erfreut sich nicht nur bei Regisseuren als Filmmusik großer Beliebtheit (so waren CALEXICO beispielweise bei der BOB DYLAN-Hommage „I’m Not There“ für etwa ein Drittel der Songs verantwortlich).

Mich haben die Herrschaften mit „Carried To Dust“ auch bereits mit den ersten Klängen ihres Openers „Victor Jara’s Hands“ in ihren Bann gezogen. Melancholische Trompeten begleiten den Midtempo-Song, der hervorragend den Weg ebnet für das traurige „Two Silver Trees“ mit seinem schwermütigen Bässen und Drums, die den Flüstergesang von Joey Burns begleiten. Mit „The News About William“ schließt sich eine weitere eindringliche streicherschwangere Gitarrennummer an, während John Convertinos Schlagzeug bei „Sarabande In Pencil Form“ Exekutionsstimmung aufkommen lässt. „Writer’s Minor Holiday“ verbreitet stattdessen ein beschwingte Fröhlichkeit, die Kopf und Fuß in Schwingung bringt. „Man Made Lake“ kehrt zur gewohnt atmosphärischen Stimmung des bandeigenen Sounds zurück, wohingegen „Inspiratión“ deutlich mexikanische Roots aufweist und auch mit spanischen Lyrics daherkommt. Auf dem von ihm geschriebenen Track gibt der langjährige CALEXICO-Trompeter Jacob Valenzuela sein Gesangsdebüt, bei dem er zusätzlich weibliche Unterstützung erfährt. Geheimnisvoll setzt „House of Valparaiso“ die staubige Reise fort, bevor es mit „Slowness“ einen echten Schmachter zu hören gibt. Mit von der Partie ist bei diesem Lied die kanadische Sängerin PIETA BROWN, die sich die Gästeliste mit Sam Beam von IRON & WINE, Douglas McCombs von ELEVENTH DREAM DAY/ BROKEBACK, Amparo Sanchez von den spanischen AMPARANOIA und deren Mitstreiter Jairo Zavala teilt. Songs wie „Bend To The Road“ erklären, warum CALEXICO-Tracks so beliebt als Filmmusik sind. Beim Hören tauchen schon bald die ersten Bilder einer schnurgerade Straße ins Nirgendwo auf, über die in der flirrenden Hitze Grasbüschel wehen. Nicht weniger anregend fürs Kopfkino ist die Mariachi-Nummer „El Gatillo (Trigger Revisited)“, die gleich ganz auf Text verzichtet, damit man sich seine eigene Geschichte zusammenspinnen kann. „Fractured Air (Tornado Watch)” spielt auf das Feinste mit den einzelnen Instrumenten und schiebt hier und da auch mal einen Tango-Akkord ein, während „Falling From Sleeves“ erneut in Slow Motion und mit reichlich Streichereinsatz für eine wohlige Gänsehaut sorgt. Kurz vor Ende der Langrille folgt mit „Red Blooms“ noch ein besonderer Leckerbissen, mit dem CALEXICO ihre kreative Rastlosigkeit beweisen. Getragen von trocken rollenden Drums, erzählt Burns eine weitere düstere Geschichte von Menschen, die auf der Strecke geblieben sind, von Armut und von Verlierern der Globalisierung, bevor der Trip in „Contention City“ mit filigranen Arrangements endet.

Kurzum: „Carried To Dust“ ist eine wunderbare Platte, die man in aller Ruhe genießen sollte. CALEXICO verstehen es auch im zwölften Jahr ihres Bestehens mit ihrem speziellen Alternative Country zu fesseln und mit Sicherheit wird der Silberling noch lange in Heavy Rotation bei mir laufen.

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