| Artist | CALIBAN |
| Title | Say Hello to Tragedy |
| Homepage | CALIBAN |
| Label | CENTURY MEDIA |
| Leserbewertung |
Erinnerungen an meine Jugend werden wach, wenn ich an CALIBAN denke, sammelte ich doch damals (2004) erste Konzert-Erfahrungen in der Live Music Hall in Köln, als dort IN FLAMES ein Gastspiel gaben und die zu dem Zeitpunkt noch eher unbekannten Deutschen mit im Schlepptau hatten. Inzwischen sind fünf Jahre verstrichen und das Metalcore Quintett aus Hattingen an der Ruhr hat sich einen Namen erspielt. Seit Mitte 2009 hat man außerdem mit Century Media eine neue Heimat gefunden, was auch durchaus kein Wunder ist, befindet man sich in Sachen deutscher Metalcore mit MAROON und den ewigen Rivalen HEAVEN SHALL BURN in allerfeinster Gesellschaft. Mit neuem Label im Rücken lassen die fünf Jungs ihr bereits siebtes Album „Say Hello to Tragedy“ vom Stapel.
Ob CALIBAN mit ihrem neuen Longplayer an alte Erfolge anknüpfen können – „The Awakening“ landete immerhin auf Platz 36 der deutschen Albumcharts -, muss man mir, als langjährigem Fan, allerdings noch beweisen. Was ein Leichtes für die Fünfer Combo zu sein scheint, ballert man doch direkt mit „24 Years“, gleichzeitig auch die erste Single, heftigst los. Kompromisslos knüppeln die fünf Mannen alles nieder, während sich Andy Dörner voller Wut durch seine Lyrics schimpft. Der gute Mann scheint mit seinen Aufgaben zu wachsen, wurden seine geshouteten Vocals doch von Album zu Album immer facettenreicher, klar kommt die gesangliche Unterstützung noch immer von Gitarrero Denis Schmidt, doch muss ich anmerken, dass die ruhigen Passagen weiter in den Hintergrund rücken und das Augenmerk bzw. „Ohrenmerk“ deutlich auf Andys Stimme ruht. Doch es wäre kein CALIBAN-Album, wenn das Grundgerüst der Songs gleichsam mit dem Wechselspiel Dörner/ Schmidt zusammenfallen und man es Genrekollegen wie z.B. HEAVEN SHALL BURN gleichtun würde, indem man allein auf „Geschimpfe“ setzt. Musikalisch schwingt man weiter die Metal(core) Keule und zeigt, dass man bereits seit 12 Jahren zusammen musiziert und „Say Hello to Tragedy“ schon das siebte Album der Ruhrgebietler ist. Wer ruhigere Töne sucht, sollte sich „Walk like the Dead“ reinziehen. Mit cleanen Gitarren und dem dazu passenden Gesang spielt man sich mehr oder weniger in Rage, lässt in den Chorus dann aber wieder ein weniger brutales Zusammenspiel aus Gitarre, Bass und Schlagzeug einfließen. Nach 49 Minuten und 59 Sekunden endet das gute Stück und ich verspüre das Bedürfnis, die Scheibe mindestens noch einmal, wahrscheinlich eher öfter zu hören. Kein Wunder, haben CALIBAN wieder einmal ein Meisterwerk des modernen Metals geschaffen.
Was auch immer in den Köpfen des Quintetts vor sich geht, sie sollen uns weiterhin mit solch wohligen Metalcore Klängen beglücken. Mit „Say Hello to Tragedy“ kommen CALIBAN dem deutschen Metalcore Thron wieder einen Schritt näher. Wer die älteren Sachen wie z.B. „The Undying Darkness“ oder „The Awakening“ gemocht hat, wird die neuen Songs lieben. Wenn ihr also im Plattenladen steht und den Longplayer in den Händen haltet, werft ruhig ein Auge bzw. ein Ohr darauf, die zwölf Songs sprechen für sich und werden euch genauso vom Hocker hauen, wie sie es bei mir geschafft haben!

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