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CALLEJON - Videodrom

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Artist CALLEJON
Title Videodrom
Homepage CALLEJON
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.1/10 (7 Bewertungen)

Wenn eine Band in den vergangenen Jahren eine große Entwicklung gemacht hat, dann ist es CALLEJON. Habe ich die Jungs vor wenigen Jahren noch vor 20 Mann spielen sehen, musiziert man inzwischen unter den Fittichen von Nuclear Blast auf Festivals wie dem Area4, von dem es über den WDR Rockpalast auch einen Livemitschnitt gibt. Vom Insider zu einer der gefragtesten Szenebands in solch kurzer Zeit, das schaffen wirklich nicht viele. 2008 dann mit „Zombieactionhauptquartier“ der Paukenschlag. Seither sind die Jungs aus Düsseldorf, Köln und Ratingen nicht mehr von der Bildfläche wegzudenken. Ohne große Vorankündigung (ich persönlich habe es Mitte Dezember 2009 in einem MySpace Blog gelesen) ist jetzt der nächste Streich des Screamo/ Metalcore Quartetts „Videodrom“ (angelehnt an den Cronenberg-Klassiker steht zu vermuten) in den Startlöchern.

Mit einem Intro, das größtenteils aus Electro Elementen besteht und manch einem auch schon aus dem Album Trailer bekannt sein dürfte, geht man die Sache noch ruhig an. Der Übergang von „VI“ (nicht lat. „sechs“ sondern Vi) in den ersten „richtigen Track“ wird dann von Gitarren begleitet und man feuert den ersten Geniestreich/ Titeltrack aus den Boxen. BastiBasti, Fronter der vier Herren, legt gleich mit Shouts der fiesesten Sorte los und stellt mal eben Marcus (HEAVEN SHALL BURN) und Andy (CALIBAN) quasi in den Schatten. Der gute Mann lässt es sich aber auch nicht nehmen, die Refrains selbst clean zu singen und ich muss gestehen, dass mir die sauberen Vocals, die seit „Zombieactionhauptquartier“ nicht mehr so nölig sind, wirklich gut gefallen. Ähnlich fett soll es aber weiter gehen mit „Kinder der Nacht“, zu dem das erste Video bereits im Kasten und auf der MySpace Site vorzufinden ist. Wer CALLEJON kennt, weiß auch über die Poesie bescheid, die in den Texten des Masterminds Basti zu finden ist. Der Track, der mir persönlich am besten gefällt, ist die Nummer vier in der „Setlist“, „Lass mich gehen“ genannt. Der Titel erinnert mich rein von der Verwendung des Gesangs an „Und wenn der Schnee“ vom Vorgänger Werk. Wo ich aber schon mal dabei bin, Vergleiche mit „ZAHQ“ zu ziehen, kann ich auch direkt mal anmerken, dass es dieses Mal keine Akustiknummer wie „Fremdkörper“ und keine Ballade á la „Phantomschmerz“ (außer vielleicht noch „Mondfinsternis“) gibt. CALLEJON hauen hier und heute einfach fies auf die Fresse. „Dein Leben schläft“ ist ein gutes Beispiel dafür. Mit den Worten „Zeig mir deine Hände, deine Lebenslinie fällt“ beginnt man shoutenderweise so derbe, dass ich tatsächlich Gänsehaut bekomme. Die Combo war ja immer schon im Schreigesang beheimatet, aber die Shouts und Growls auf dieser Scheibe gehören wirklich in die Kategorie „furchteinflößend“. Die Jungs haben sich halt weiter entwickelt, hauen wirklich brutale Breaks raus, lassen das Double Kickpad auch mal monströse Blastbeats trommeln (wobei ich nicht sagen kann, wer hinter der Schießbude Platz genommen hat, da Drummer Bodo das Handtuch geworfen hat und sich auf LAST ONE DYING konzentriert) und finden trotzdem immer den perfekten Übergang in balladeske Passagen. Um alle Feinheiten rauszuhören, muss man die Platte aber mehr als einmal in den CD Player werfen, was nicht schlimm ist, denn Abwechslungsreichtum ist hier Trumpf.

„Videodrom“ ist ein mehr als gelungener Auftakt in Sachen Screamo/ Metalcore für das noch junge Jahr 2010. Statt nur an der Oberfläche zu kratzen, gehen CALLEJON in die Tiefe und lassen diverse Genres miteinander verschmelzen. Definitiv die fetteste Scheibe, die die Combo bisher eingespielt hat und in meinen Ohren auch eins der besten Alben, die jemals den Weg in meinen CD Player gefunden haben. Kaufen, kaufen, kaufen!

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